Exsultetrollen , Exultetrollen, von lateinisch exsultet, "es frohlocke", seit dem 7. Jh. nachweisbare Schriftrollen, in denen der Text des Präfationsgesanges (Lobhymnus) verzeichnet ist, der während der Osternachtsliturgie vom Priester oder Diakon gesungen wurde und der den Lobpreis der brennenden Osterkerze zum Thema hat. Der Hymnus beginnt mit den Worten: "Exultet iam angelica turba caelorum .." (Es frohlocke der Engelchor ...).
Die Schriftrollen waren vor allem vom 10.-13. Jh. in Mittel- und Süditalien gebräuchlich; erhalten sind 28 Exemplare (davon 26 reich illuminiert). Der Vortragende stand erhöht am * Ambo oder * Lettner und ließ die Exsultetrollen herabhängen. Damit die Gläubigen die darauf befindlichen großfigurigen Darstellungen richtig sehen konnten, wurden sie auf den Kopf gestellt, d. h. "verkehrt" gemalt. Die Rollen bestehen aus * Pergament und sind zumeist ca. 30 cm breit. Die längste erhaltene Rolle ist über 800 cm lang. Als ältestes erhaltenes Exemplar gilt die in der Bibl. Vaticana in Rom (Cod. Vat. Lat. 9820) aufbewahrte Exsultetrolle.
M. AVERY, The Exultet Rolls of South Italy, Bd. 2, Princeton 1936; G. CAVALLO, C. BERTELLI, Rotoli di Exultet dell'Italia meridionale, Bari 1973; H. UNGER, Text und Bild im MA, Kat. der Universitätsbibliothek Bamberg, Graz 1986; G. FUCHS, H. M. WEIKMANN, Das Exultet. Gesch., Theologie und Gestaltung der österlichen Lichtdanksagung, Regensburg 1992.
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