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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Fächer

1) Mz. von "Fach", in der Bedeutung eines kleinen abgeteilten Raumes, als Teil eines größeren Stauraums.

2) Von frühneuhochdeutsch focher, "Blasebalg", abgeleitete Bezeichnung für ein Handgerät, das schon im Altertum in Ägypten, in Sumer, in Babylonien und vor allem in China sowie Japan Verwendung fand. Abgesehen von einfachen Exemplaren zum Feueranfachen, war der Fächer früher ein Symbol der Mächtigen. Mit langstieligen blatt- oder wedelförmigen Fächern wurde Herrschern Kühlung gespendet, und Priesterdiener hielten mit Fächern Insekten von den Zelebranten und Opfergaben fern. Aus den gleichen Gründen waren Fächer früher auch in Kirchen in Verwendung. Im Abendland bezeichnet man den liturgischen Fächer meist mit dem lateinischen Terminus als * Flabellum. Im 16. Jh. gelangte der aus Japan stammende * Falt-Fächer über Spanien nach Europa, wo er besonders im Barock und Rokoko als modisches * Accessoir für die Dame von Stand unentbehrlich war. Später beschränkte sich seine Verwendung auf Festbankette und Ballveranstaltungen.

Um die Mitte 20. Jh. kamen Fächer in Europa aus der Mode. In alter Zeit scheinen große Blätter als Fächer gedient zu haben, wie die davon abgeleiteten Formen alter "Stiel-Fächer" vermuten lassen. Später verwendeten die Fächerhersteller die verschiedensten Materialien, wie etwa Pfauen- und Straußenfedern. In Europa wurden meist Falt-Fächer oder * Brisé-Fächer verwendet. Die Fächerstäbe, an denen das Fächerblatt der Falt-Fächer befestigt ist, waren im 18./19. Jh. häufig aus Elfenbein geschnitzt, bisweilen auch aus Schildpatt oder Perlmutter, in späterer Zeit oft auch aus Holz. Eine Sonderform des Fächers ist der kreisrunde so genannte * Rad-Fächer. Das bekannteste Beispiel ist das * Flabellum von Tournus aus dem 9. Jh. (Museo Nazionale del Bargello, Florenz). Das gefaltete runde Fächerblatt besteht aus bemaltem Pergament, die Teile der Halterung sind aus Bronze, Bein und Elfenbein gefertigt. Besonders gebräuchlich waren Rad-Fächer in China; sie sind bisweilen zur Gänze aus Elfenbein gefertigt. Gleichfalls aus diesem edlen Material sind oft die Brisé-Fächer; sie bestehen aus mit Durchbruchsschnitzereien verzierten Fächerstäben und besitzen kein Fächerblatt. Fächer, in denen kleine Scheiben aus * Marienglas (zum Hindurchsehen) eingesetzt sind, heißen * Lorgnet.

G. W. RHEAD, History of the Fan, London 1910; M. I. PERCIVAL, The fan book, London 1920; Ch. L. KÜSTER, Zauber des F., Kat., Hamburg 1974; S. MAYOR, F. Christie's Collectors Series, dt. Erstausgabe München 1981; F. Kunst und Mode aus fünf Jahrh., Kat. Bayer. Nat. Mus. München, München 1987; Ivory. A History and Collectors Guide, London 1987, S. 252-253.


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