Fälschung , in betrügerischer Absicht hergestellter oder veränderter, verfälschter (Kunst-)Gegenstand, der durch sein Aussehen den Betrachter täuschen und den Wert des Objektes heben soll.
Fälscher ahmen meist entweder den Stil eines bekannten Künstlers nach, oder sie täuschen die Zugehörigkeit zu einer speziellen Kunstepoche vor. Der Gegenstand soll im Allgemeinen älter erscheinen, als er tatsächlich ist. Fälschungen, die nicht im Stil eines bestimmten Künstlers ausgeführt sind, heißen "freie Fälschungen". Auch auf eine Wertsteigerung abzielende Veränderungen an einem bereits bestehenden Objekt werden als Fälschung bezeichnet. Dazu gehört u. a. künstliches * Altern, etwa durch * Patinieren, das Bohren von Löchern, die einen Holzwurmbefall und damit ein höheres Alter vortäuschen sollen, das Verursachen feiner Risse in Glasuren (* Krakelee), teilweises Abreiben einer Vergoldung, um den Anschein von "Gebrauchsspuren" zu erwecken, usw. Gleichfalls um eine Art von Fälschung handelt es sich, wenn beispielsweise ein altes Glas nachträglich mit einem kunstvoll geschliffenen Motiv versehen wird etc. Keine Fälschung sind modebedingte Nachahmungen früherer Gestaltungsformen, wie vor allem im * Historismus üblich (* Eklektizismus). Zu den Methoden der Altersbestimmung zur Aufdeckung von Fälschungen zählen u. a. * die Radiokarbonmethode und die * Thermolumineszenzmethode.
A. DONATH, Wie die Kunstfälscher arbeiten, Prag 1937; O. KURZ, Fakes Handbook für Collectors and Students, Newhaven 1948; J. GOLL, Kunstfälscher, Leipzig 1962; S. SCHÜLLER, Fälscher, Händler und Experten. Das zwielichtige Abenteuer der Kunstfälschungen, München 1963; F. ARNAU, Kunst der Fälscher - Fälscher der Kunst, Düsseldorf, Wien 1969; Th. WÜRTENBERGER, Das Kunstfälschertum. Entstehung und Bekämpfung eines Verbrechens vom Anf. des 15. bis zum Ende des 18. Jh., Köln, Wien 1971; Fälschung und Forschung, Kat., Essen 1976, Berlin 1977; E. PAUL, Gefälschte Antike von der Renaissance bis zur Gegenwart, Leipzig, Wien 1981; K. TÜRR, Fälschungen antiker Plastik seit 1800, Berlin 1984; Th. ALMERO, Kunst- und Antiquitätenfälschungen, München 1987; Fake ? The Art of Deception, Kat., London 1990; M. REITZ, Große Kunstfälschungen, Frankfurt/M., Leipzig 1993.
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