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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Farbholzschnitt , Farbenholzschnitt. Es ist zwischen echtem und unechtem Farbholzschnitt zu unterscheiden.

Die meisten farbigen * Holzschnitte sind * kolorierte * Schwarzlinienschnitte. Beim echten Farbholzschnitt wird für jede Farbe ein eigener * Holzstock (Druckstock, Druckplatte) benötigt, der nur die Darstellungen einer Farbe aufweist und diese beim Druck auf das Papier überträgt. Das Farbholzschnitt-Verfahren ist dadurch aufwendig und auch in der Durchführung schwierig, weil die Darstellungen der verschiedenen Holzstöcke bei allen Druckvorgängen exakt zueinander passen müssen. Als Hilfsmittel dienten Einlegerahmen, d. h. Umfassungsrahmen für die Druckplatten. Zur Vereinfachung wurde deshalb bisweilen der Holzstock wie beim Schwarzliniendruck ausgeführt und die verschiedenen Farben gleichzeitig auf den Holzstock aufgetragen, etwa von A. Derain. Beim Abdruck auf das angefeuchtete Papier liefen die Farben dann oft leicht ineinander.

Zu den bekanntesten Farbholzschnitten zählt das um 1519/20 entstandene Blatt "Schöne Maria von Regensburg", das von Albrecht * Altdorfer stammt und laut Koschatzky unter Verwendung von sechs verschiedenen Holzstöcken hergestellt wurde. Von den mit Farbholzschnitten experimentierenden Druckern namentlich bekannt sind der Augsburger Erhard Radtold, dessen Farbholzschnitt 1486 nach seiner Lehrzeit in Venedig entstanden. Aus der Zeit um 1490 stammen die Farbholzschnitte des Druckers J. Hammann, der ebenfalls zuvor in Venedig gewesen war. 1507/1508 arbeiteten Hans Burgkmair und Lucas Cranach für August d. Starken an Mehrfachdrucken, wobei sie die Holzstöcke zum Teil mit gebundenem * Pudergold einfärbten. Farbholzschnitte von besonders hohem technischen und künstlerischen Niveau wurden in Japan hergestellt. Angeregt durch die im 19. Jh. in großen Stückzahlen nach Europa gelangten japanischen Farbholzschnitte, wurde diese Technik um 1870 auch von europäischen Künstlern wieder aufgegriffen, u. a. von dem Franzosen F. Valloton und den Deutschen P. Behrens und E. Orlik, später auch von Mitgliedern * der Brücke (E. Heckel, E. L. Kirchner und K. Schmidt-Rottluff).

J. KURTH, Die Gesch. des japan. Holzschnitts, 3 Bde., Leipzig 1925-29; D. STARKE, Japan. F., Berlin, Darmstadt 1961; J. KAINEN, J. B. JACKSON, 18th century masters of the colour woodcut, Washington D. C. 1962; F. WINZINGER, Meisterwerke des japan. F., Graz 1973; W. L. STRAUSS, Clair-Obscur, Der F. in Dtl. u. den Niederlanden im 16. und 17. Jh., Nürnberg 1974; R. VIOLET (Hg.), Japan F., Leipzig 1981; W. KOSCHATZKY, Die Kunst der Graphik, München 1988.


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