Fassmaler , ein alter Ausdruck für Fassmaler ist "Staffiermaler".
Im 18. Jh. war auch im deutschen Raum die französische bezeichnung "Peintre-doreur" üblich. Bezeichnung für einen Handwerker, der die Fassung, d. h. die Bemalung und * Vergoldung von Holzplastiken vornahm und den Schnitzarbeiten damit erst ihr endgültiges Aussehen verlieh. Im Mittelalter war es allgemein üblich, Bildwerke zu fassen, wobei z. B. die Wahl der Farben für die Kleidung der Heiligenstatuen nach alter Überlieferung erfolgte. Bis zum Beginn der Spätgotik wurden die Skulpturen von den Bildhauern meist selbst gefasst (* Fassung). Später, bis einschließlich des Rokoko, waren spezielle Ffassmaler tätig. Danach übernahmen wieder die Bildhauer das Fassen. Aus alten Rechnungen ist zu ersehen, dass die Fassmaler höhere Beträge erhielten als die Bildhauer, woraus bisweilen geschlossen wurde, dass die Fassmaler mehr geachtet waren als jene. Der Grund dafür dürfte allerdings hauptsächlich auf das von den Fassmalern zugekaufte kostspielige Material zurückzuführen gewesen sein. Die teuren * Pigmente sowie * Blattgold und * Pudergold mussten im Preis einkalkuliert werden. Ein bekannter F. war Gabriel Mäleskircher, der u. a. für Erasmus * Grasser arbeitete. Manchmal wurden auch namhafte Künstler als Fassmaler verpflichtet, wie die Maler Jan van Eyck (1390-1441) und Hans Baldung, genannt Grien (1484/85-1545).
Ungefaßte Arbeiten, meist Schnitzwerke aus * Buchsbaumholz, wurden erst seit der Renaissance üblich. Die ersten ungefaßten Skulpturen sollen von Tilman Riemenschneider (um 1460-1531) hergestellt worden sein.
J. REICHARDT, Colour in Sculpture, in: Quadrum 18, 1965; J. TAUBERT, Farbige Skulpturen. Bedeutung, Fassung, Restaurierung, München 1979; U. SCHIESSL, Techniken der Faßmalerei in Barock und Rokoko, ... daß alles von Bronce gemacht zu sein scheine, Worms 1983; M. KOLLER, Probleme und Methoden der Retusche polychromer Skulptur, in: Maltechnik 1, München 1985.
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