Fensterrose , Rosenfenster, Rose, Bezeichnung für ein * Rundfenster, dessen * Fensterfüllung aus * Maßwerk besteht.
Wenn die Fensterfüllung die Form eines Speichenrades hat, spricht man von einem * Katharinenrad. Die Fensterrose kann verglast oder unverglast sein; im Mittelalter waren anstatt einer Verglasung auch dünngeschliffene Platten aus * Alabaster gebräuchlich. Als Fassadenschmuck dienende Fensterrosen in nicht durchbrochener Ausführung heißen "Blendrosen". Fensterrosen sind seit dem 12. Jh. bei spätromanischen und gotischen Prachtbauten, wie Kirchen und Rathäusern, üblich, insbesondere über den Portalen und bei Kirchen in der Mitte der Westfassade, später auch an Querhausfassaden. Bei Klosterbauten weisen häufig Kapitelsaal und Kreuzgang Fensterrosen auf. Besonders bekannt sind die schönen Fensterrosen an der Fassade des südlichen Querhauses der Kathedrale Nôtre-Dame in Paris. Fensterrosen im * Flamboyantstil wurden bis zum 16. Jh. hergestellt.
E. J. BEER, Die Rose der Kathedrale von Lausanne u. d. kosmolog. Bilderkreis d. MA, Bern 1952; H. J. DOW, The Rose-Window, in: Journal of the Warburg and Courtauld Institutes 20, 1957; Th. RIEGER, Roses romanes et roses gothiques dans l'architecture alsacienne, in: Cahiers alsaciennes 22, 1979; R. SUCKALE, Thesen zum Bedeutungswandel der got. F., in: Bauwerk und Bildwerk im HochMA. Anschauliche Beiträge zur Kultur- und Sozialgeschichte, hg. von Karl Clausberg u. a., in: Kunstwissenschaftliche Untersuchungen des Ulmer Vereins, Verband für Kunst- und Kulturwissenschaften 11, Gießen 1981, S. 259-294; W. MERSMANN, Rosenfenster und Himmelskreise, Mittenwald 1982; P. COWEN, Die Rosenfenster der got. Kathedralen, Freiburg 1984.
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