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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann
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François-premier , François I.-Stil, nach König Franz I. (1515-1547) benannter französischer Dekorationsstil der Renaissance.
Er folgt auf den * Louis XII.-Stil (1480-1515). Das François-premier, ein ausgesprochener Dekorationsstil, wurde stark von italienischen Malern und Dekorkünstlern beeinflusst, besonders von Niccolo dell'Abbate (gest. 1571) und Giovanni Battista di Iacopo di Guasparre, genannt il Rosso Fiorentino (1494-1540), der als Erfinder des * Manierismus angesehen wird. Der Hofmaler Francesco Primaticcio (1504-1570), seiner Ausbildung nach auch Architekt, war seit 1540 verantwortlich für die königlichen Bauten. Beim François-premier wurde die Formensprache der französischen Spätgotik durch einen neuen, heute als manieristisch bezeichneten Dekor ersetzt, häufig unter Verwendung von * Stuckarbeiten.
Ein Musterbeispiel für das François-premier ist die Inneneinrichtung des Schlosses Fontainebleau, eine Verbindung aus italienischen Manierismus und Formen der französischen Gotik. Davon abgeleitet, wird für das François-premier bisweilen auch die Bezeichnung * Schule von Fontainebleau verwendet, wobei der 1530 auf Einladung Franz I. nach Fontainebleau gekommene Florentiner il Rosso Fiorentino als Hauptvertreter dieses Stils gilt. Dem François-premier folgte der nach König Heinrich II. (Regierung 1547-1559) benannte * Henri-deux-Stil.
F. GÉBELIN, Le style Renaissance, Paris 1942; R. RANDORF, Der Ballsaal im Schloß von Fontainebleau, Bonn 1967.
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