Freiturnier , im Feldharnisch bestrittenes * Turnier in Form eines meist aus zwei Waffengängen (Lanze und Schwert) bestehenden Gruppenkampfes.
Es handelte sich um taktische Übungen, bei denen verschiedene Kampfstrategien ausprobiert wurden (ähnlich dem Manöver unserer Zeit). Bei der Vesperie oder Vespereide am Abend vor dem Freiturnier fanden Schaukämpfe in Form von Zweikämpfen mit verstärktem Feldharnisch statt. Um das Entwaffnen des Schwertkämpfers zu vereiteln, gab es so genannte "sperrbare Handschuhe", bei denen die letzte Fingerplatte verlängert und mit einem Nasenbolzen über dem Handgelenk fixiert war. In den "Turnierlibellen" wurde diese Art von Turnierhandschuh als ungerechter Vorteil bezeichnet und verboten, trotzdem aber von den * Plattnern bis um 1570 zu Turniergarnituren mitgeliefert.
O. GAMBER, Chr. BEAUFORT-SPONTIN, Curiositäten u. Inventionen aus Kunst- u. Rüstkammer, Kunsthistor. Mus. Wien, Wien 1978.
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