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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Freundschaftskult , besonders im romantischen Biedermeier gepflogen und in Form von Geschenkobjekten überliefert.

Symbole und Texte beziehen sich auf die "ewige Freundschaft". Beliebt waren u. a. Darstellungen eines mit Blumen bekränzten Altars oder Opfersteins, auf dem die Flamme der ewigen Freundschaft brennt. Oft ist eine antikisch gekleidete Frau dargestellt, die einen Krug oder eine Schale (* Spondeion) als Opferung in das Feuer entleert. Das Motiv ist, wenn auch mit anderer Bedeutung (Trankopfer für eine Gottheit) bereits auf attischen * Hydrien aus der Zeit um 490-480 v. Chr. zu finden. Im frühen 19. Jh. sind auf dem Kultstein statt des Feuers manchmal zwei (brennende) Herzen dargestellt. Die Deutung des Motivs als Freundschaftssymbol ist aus der meist vorhandenen Aufschrift "A' L'AMITIÉ" (Auf die Freundschaft) zu ersehen.

Beliebt war auch, gewöhnlich in Form eines Ringes, das Sujet zweier einander umfassender Hände, * Handtreu genannt. Solche Ringe gehen gleichfalls auf die Antike zurück, wie römische Funde belegen. Sie werden als Vorform des Eheringes angesehen. Ein häufiges Symbol der ewigen Freundschaft war im Biedermeier weiters die Urne. Anders als bei der Bedeutung als * Memorialsymbol ist die beim Freundschaftskult verwendete Urne im Allgemeinen mit den Aufschriften "L'AMITIÉ" oder "VOUS L'OFFRE" (Anerbieten) versehen. Einen umfassenden Überblick über die Vielzahl der beim Freundschaftskult verwendeten Motive bieten u. a. die zahlreichen aus dem Biedermeier stammenden Freundschaftskarten und -billetts. Was die Ausführung betrifft, so wurde beim Freundschaftskult der * Haarschmuck bevorzugt.

R. WITZMANN (Hg.), Freundschafts- u. Glückwunschkarten aus dem Wiener Biedermeier, Dortmund 1979; F. FALK, Kat. Schmuckmus. Pforzheim, Pforzheim 1980; B. MARQUARDT, Schmuck, München 1983; P. W. HARTMANN, Meisterwerke filigraner Schnitzkunst, in: Die Kunst 12, 1986, S. 918 ff.


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