Altar , von lat. altaria, "Aufsatz auf dem Opfertisch", später abgeleitet von lat. altus, "hochragend", "erhaben", "geheim".
Die erste christliche Ausführung des Altars war tischförmig, später auch block-, kasten- oder sarkophagförmig. Der Altar besteht gewöhnlich aus einer Basis (* Stipes), auf der die Altarplatte (* Mensa) aufliegt. Die Verkleidung des Stipes wird als * Antependium bezeichnet, die Rückseite oft auch als * Dorsale. In weiterer Folge ging der rückwärtige Altarabschluss meist in einen Aufbau über, * Retabel genannt. Diese sich nach oben fortsetzenden Altarabschlüsse waren seit dem 4. Jh. oft als * Reliquienschreine ausgebildet und wurden im oberen Teil ab dem Mittelalter mit * Tafelbildern geschmückt. In der Spätgotik fanden mehrteilige Ausführungen Verwendung, und es entstanden die so genannten * Flügel- oder Wandelaltäre. Frühe Altare wurden bisweilen von * Baldachinen überdacht (* Ziborium).
R. HALLO, Die Monumentalaltare des Altertums, Diss. Göttingen 1923; J. BRAUN, Der christl. A., München 1924; K.-B. RITTER, Der A., Kassel 1930; M. HASSE, Der Flügelaltar, Dresden 1941; K. HEIMANN, Der christl. A., Arensberg 1954; W. GRUNDMANN, Die Sprache des A., Berlin 1966; A. KNOEPFLI, Der A. des 18. Jh., München 1978; H. SCHINDLER, Der Schnitzaltar, Meisterwerke in Süddtl., Österr. und Südtirol, Recklinghausen 1982; M. J. LIEBMANN, Die dt. Plastik 1350-1550, Leipzig 1982; A. SEIFERT, Westfälische A., Diss. München, Bonn 1983; W. SCHMID, Der Michaelsaltar in der Trierer Pfarrkirche St. Gangolf. Ein spätgot. Kunstwerk in seinem historischen Zusammenhang, in: Kurtrierisches Jahrb. 28, 1988, S. 23-98; Ch. BEUTLER, Die Anfänge des mittelalterl. A., in: Studien zur europ. Skulptur im 12./13. Jh., Frankfurt/M. 1994, S. 457-467.
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