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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Gäa (griechisch Ge, Gaia), die laut Hesiods "Theogonie" aus dem Chaos entstandene Urmutter Erde, die alles Sterbliche hervorbringt und wieder in sich aufnimmt.

Gäa entspricht der römischen Erdgöttin * Tellus (Terra). Sinnbildlich wird sie als runde, die Erde symbolisierende Scheibe dargestellt, umgeben von Wellen, die den * Okeanos symbolisieren. Auf griechischen Vasen ist Gäa häufig als Frauenfigur wiedergegeben, deren Unterleib und Beine nicht sichtbar sind, da sie im Boden, in der Erde stecken. Oft ist sie von einer Kinderschar umgeben. In Händen hält Gäa häufig ein * Füllhorn, aus dem Obst und Feldfrüchte quellen. Bisweilen wird Gäa auch als alte Frau beim Essen menschlicher Gliedmaßen dargestellt. Sie soll den Himmel (* Uranos) und das Meer (* Pontos) geboren haben.

Aus einer Verbindung mit Uranos entstanden die * Kyklopen, die Hundertarmigen und die * Titanen. Letztere ließ Uranos nicht aus dem Schoß der Erde heraus, weshalb * Kronos, der jüngste der Titanen, von Gäa ein Sichelmesser erhielt, um Uranos zu stürzen. Kronos entmannte seinen Vater, wobei der Legende nach aus dem verspritzten Blut die * Erinnyen und * Giganten entstanden. Nach Uranos trat Kronos die Herrschaft an, bis er seinerseits von * Zeus entmachtet wurde.

A. DIETRICH, Mutter Erde, Leipzig 1925; H. KRAUSS, E. UTHEMANN, Was Bilder erzählen. Die klassischen Gesch. aus Antike u. Christentum in d. abendländ. Malerei, München 1988.


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