Stücksuche:
Bitte mind. 2 Zeichen eingeben. Weitere Suchmöglichkeiten »

Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
Nutzen Sie die Funktion der VOLLTEXTSUCHE, indem Sie Worte oder Wortteile in das Suchfeld eingeben. Das Kunstlexikon beschreibt ca. 10.000 Begriffe, hat 5,5 Mio Zeichen ( Druckausgabe: 1663 Seiten). Die Begriffe verweisen insgesamt auf ca. 35.000 Quellen.  
 Volltextsuche: nur in der Begriffsliste suchen

Gallé , Emile Charles Martin (1846-1904), aus Nancy stammender französischer Kunsthandwerker, Glaskünstler, Botaniker und Schriftsteller.

Gallé lernte zunächst in der väterlichen Keramik- und Glasmanufaktur in St.-Clément, die 1874 nach Nancy verlegt wurde, sowie bei Künstlern in Nancy. 1864-1866 besuchte er die private Kunstschule des Prof. Jäde in Weimar und vervollständigte 1866/67 seine Kenntnisse der Glasherstellung in der Firma Burgun, Schweverer & Co. in Meisenthal. Bis zu seinem halbjährigen Aufenthalt in London im Jahr 1871 setzte er seine Ausbildung in Nancy mit dem Studium der Philosophie und der Botanik fort und arbeitete im Betrieb seines Vaters. Nach der Englandreise eröffnete er in Nancy eine eigene Glasproduktion. Gallé nahm an den * Weltausstellungen in Paris (1867, 1878 und 1889) teil und erhielt für seine präsentierten Objekte und Entwürfe zahlreiche Preise. 1889 wurde er mit einem "Grand Prix" (Großer Preis) für seine Glasprodukte ausgezeichnet und erhielt zudem noch eine Goldmedaille für Keramiken und eine Silbermedaille für Möbel, die er in einem mittlerweile erworbenen Betrieb für intarsierte Möbel hergestellt hatte.

Bei der Weltausstellung 1900 in Paris wurde Gallé wieder mit einigen Preisen geehrt. U. a. war auf seinem Stand eine riesige Kiste mit Glasabfällen ausgestellt, um den hohen Anteil an Ausschuss vor Augen zu führen und damit die hohen Preise seiner Erzeugnisse zu rechtfertigen. Als Erklärung für die vielen Bruchstücke wurden Spannungen im Material angeführt, bedingt durch die verschieden starke Ausdehnung der übereinandergeschmolzenen Glasflüsse. Seine "Notices d'exposition" (Notizen der Ausstellung) erschienen 1908 posthum unter dem Titel "Ecrits pour l'Art" (Schriften zur Kunst). Um 1900 beschäftigte Gallé bereits 300 Mitarbeiter. Seine Kenntnisse der Pflanzenwelt kamen ihm bei seinen künstlerischen Entwürfen sehr zustatten. Gallé war der Initiator der * Schule von Nancy, die er im Glauben an eine "Kunst für alle" gründete. In Kunstzeitschriften wurde die Schule von Nancy als "Alliance provinciale des industries d'art" (Vereinigung des Kunsthandwerks der Provinz) bezeichnet. Seine aus Glas gefertigten vielfarbigen Objekte weisen den typischen meist floralen Jugendstil-Dekor auf und gelten als Inbegriff des Art-Nouveau-Glases. Besonders bekannt sind die nach ihm benannten Gallé-Vasen. Zu den bevorzugten Motiven Gallé gehören Gestaltungen mit reichem Blattwerk-Dekor und Insekten, vor allem Libellen. In ähnlichem Stil arbeiteten die gleichfalls in Nancy etablierten Gebrüder Daum. Viele der von Gallé entworfenen Kreationen wurden im Geschäftslokal Samuel * Bings in Paris ausgestellt und verkauft.

F.-Th. CHARPENTIER, E. G., Nancy 1978; Ph. GARNER, E. G., München 1979; S. BARTEN, E. G. Keramik, Glas und Möbel des Art Nouveau, Zürich 1980; E. G. Ausst.-Kat., Köln 1983; G. ,Kat., Paris 1985.


<< Galionsfigur Gallé-Gläser >>


Vertiefen Sie Ihr Wissen über Kunst!
Testen Sie unseren Gratisservice Kunstbegriff des Tages. Auf Wunsch erhalten Sie täglich oder wöchentlich per E-Mail einen Begriff aus dem Kunstlexikon geschickt.
Mehr Informationen »

Das Kunstlexikon für das iPhone!
Sie können das Kunstlexikon auch in einer für das iPhone optimierten Version ansehen. Klicken Sie einfach auf den nachfolgenden Link.
Jetzt öffnen »

Schmuckwissen>>


Aktuelle Objekte:

Florian Wagn... >

Grosser Bied... >



Aktuelle Objekte:

Schliesse >

Otto Rudolf ... >