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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Geburt Christi . Die Darstellung der Geburt Christi, meist in Form der Weihnachtskrippe (* Krippe), ist ein besonders beliebtes Motiv der christlichen Kunst, oft verbunden mit der Wiedergabe der * Anbetung des Jesuskindes durch die Hirten bzw. die * Heiligen Drei Könige.

Als Quellen dienen die Schriften der * Evangelisten (* Matthäus 1, 18-25 und * Lukas 2, 1-20) sowie * apokryphe Schriften. Die ältesten Darstellungen der Geburt Christi stammen aus dem 4. Jh. (etwa am Sarkophag des Stilicho, S. Ambrogio, Mailand, Ende 4. Jh.). Anfänglich feierte man die Geburt Christi am 6. Januar, zusammen mit dem Fest der * Epiphanie. Um dem Sol-invictus-Kult entgegenzuwirken, wurde das Fest der Geburt Christi dann von Rom aus auf den 25. Dezember verlegt und die Sonne (wie bei * Sol) als Symbol für Christus verwendet. Bei dem Motiv der Geburt Christi wurde anfänglich nur das Jesuskind in einer Krippe (in einem geflochtenen Korb oder in einem steinernen Futtertrog) liegend dargestellt, dahinter oft ein Ochse und ein Esel. Die beiden Tiere findet man in den * Apokryphen (Pseudo-Matthäusevangelium) angeführt; durch Gregor von Nyssa und Gregor von Nazianz wurden sie symbolisch mit Judentum und Heidentum in Verbindung gebracht. Seit der 2. Hälfte 4. Jh. wird auch Maria bei dem Motiv Geburt Christi wiedergegeben (der * Nährvater Josef dagegen erst viel später). Dargestellte Hirten sollen die gesamte Menschheit symbolisieren. Seit dem 6. Jh. ist bei Bildern von der Geburt Christ. auch die Geburtshöhle (Stall) zu sehen. Über dem Stall sind häufig ein Engel und der * Stern von Bethlehem dargestellt.

Auf Bildern aus dem Mittelalter ist die Geburt Christi oft in eine Bürgerstube verlegt und mit einem Bad des Kindes kombiniert. Dabei ist manchmal die in den Apokryphen erwähnte Frau namens Salome wiedergegeben, deren Hand verdorrte, weil sie die jungfräuliche Geburt anzweifelte, und die wieder gesundete, nachdem sie das Jesuskind berührt hatte. Die Szene ist u. a. auf der bekannten * Kathedra des Bischofs Maximianus (Museo Arcivescovile, Ravenna) und auf der "Krümme mit dem hl. * Nikolaus" (Victoria & Albert Museum, London) dargestellt.

F. WITTE, Apokryphe, legendar. u. volkstüml. Elemente in den Weihnachtsbildern des ausgehenden MA, in: Zeitschr. f. christl. Kunst 32, 1919; H. CORNELL, The Iconography of the Nativity of Christ, Uppsala 1924; G. MÜNZEL, Zur Ikonographie der Darstellung von Christi Geburt, in: Freiburger Diözesan-Archiv 71, 1951; J. ZIEGLER, Ochs u. Esel an d. Krippe. Bibl.-Patrist. Untersuchungen, in: Münchner Theolog. Zeitschr. 3, 1951; H. JURSCH, Das Weihnachtsbild, seine Entstehung und Entwicklung bis zur Renaissance, in: Wiss. Zeitschr. der Friedrich-Schiller-Universität Jena, Gesellschaftswiss. Reihe 4, 1954/55; A. HERMANN, Das erst Bad des Heilands, in: Jahrb. f. Antike u. Christentum 10, 1967; U. NILGEN, The Epiphany and the Eucharisty, in: The Art Bulletin 49, 1967; G. van der OSTEN, Der Blick in die Geburtshöhle, in: Kölner Domblatt 26/27, 1967; H. EGGER, Weihnachtsbilder im Wandel der Zeit, Wien, München 1978; G. RISTOW, Zur spätant. Ikonographie der G., in: Spätantike und frühes Christentum, Kat., Frankfurt/M. 1984; V. H. ELBERN, Ikonographie der Ikonen. Die Weihnachtsikone, in: Das Münster 38, 1985.


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