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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Genius , (Mz. Genien), lateinisch, "Erzeuger",

Im altrömischen Glauben die Personifikation der dem Mann innewohnenden zeugenden Kraft. Jeder Mann verehrte seinen speziellen Schutzgeist und brachte ihm Speise- und Räucheropfer dar. Der Genius wurde auch beim Eid als Schwurzeuge angerufen und die Schwurhand dabei zum Bezeugen der Wahrheit an die Genitalien gelegt. Dem Genius des Mannes entsprach die von Frauen verehrte Göttin * Juno, als Inbegriff der Gebärkraft. Später wurden die Genien ganz allgemein als Schutzgeister angesehen, der Familie, des Hauses oder eines bestimmten Ortes. Der Ausdruck "genius loci" bezieht sich auf den Schutzgeist eines bestimmten Ortes und verkörpert die an einen Ort gebundenen positiven Kräfte. In der Antike stellte man Genien zunächst als Schlangen oder als bärtige gepanzerte Männer mit * Füllhorn und * Zepter dar, später meist als geflügelte Lichtgestalten, die u. a. als Träger von Porträtmedaillons und Inschriftentafeln dienten, z. B. auf * Konsulardiptychen. Bei Objekten aus dem Spätmittelalter sind Genien vor allem auf Schatullen aus der * Embriachi-Werkstatt zu finden.

E. RINK, Die bildlichen Darstellungen des röm. G., Berlin 1933; A. BLANCHET, Le G. populi Romani. Remarques et hypothèses, in: Comptes-Rendus des Séances. Acad. des Inscriptions et Belles-Lettres, Paris 1943; H. KUNCKEL, Der röm. Genius, Heidelberg 1974.


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