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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Germanische Kunst , Sammelbegriff für das künstlerische und kunsthandwerkliche Schaffen der germanischen Völker, von der Bronzezeit bis zum Beginn der * karolingischen Kunst.

Während die Zeugnisse baulicher Tätigkeit bis auf wenige Ausnahmen, wie das Theoderich-Grabmal in Ravenna, verlorengegangen sind, haben sich kunsthandwerklich gestaltete Objekte in großer Zahl erhalten. Die Zierformen der älteren Bronzezeit bestehen fast ausschließlich aus geometrischen Mustern, abgeleitet von * Kerbschnitt-Motiven. Später wurde der Dekor lebhaft bewegt. Erhalten sind schöne * Flechtbandmotive und Ornamente in Form stilisierter Tiere (* Vendelstil). Der Kunststil der germanischen Völker während der Völkerwanderungszeit zerfällt in drei Hauptperioden:

1. den Filigran-Stil (bis ca. 350 n. Chr.);
2. den * Inkrustations- und Kerbschnitt-Stil (ca. 350-550) und
3. den durch Tier- und Flechtbandornamentik charakterisierten Stil (550-800).

Besonders bekannte Gegenstände der Germanischen Kunst sind die mit * Zellenschmelz verzierten * Adlerfibeln.

A. SCHMARSOW, Entwicklungsphasen der germ. Tierornamentik von der Völkerwanderungszeit bis zur Wikingerzeit (4.-9. Jh.), in: Jahrb. der Preußischen Kunstsammlungen 32, Berlin 1911; B. SALIN, Die altgerman. Tierornamentik, Stockholm, Berlin 1935; W. A. von JENNY, Die Kunst der Germanen im frühen MA, Berlin 1943; W. HOLMKVIST, Germanic Art During the First Millenium A. D., Stockholm 1955; G. LASZLO, Steppenvölker u. Germanen. Kunst der Völkerwanderungszeit, Berlin 1971; G. HASELOFF, Zum Ursprung der germ. Tierornamentik, die spätröm. Wurzel, Berlin 1973; B. ARRHENIUS, Die techn. Voraussetzungen für die Entwicklung der german. Tierornamentik, in: Frühmittelalterl. Studien 9, Berlin 1975; H. KÜHN, Die german. Fibeln der Völkerwanderungszeit in Mitteldtl., Graz 1981; B. KRÜBER (Hg.), Die Germanen, Bd. 1, Berlin 1988.


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