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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Girlande , italienisch-französisch,

1) bandförmiges dekoratives, aus Reisig, Laub, Blumen oder Früchten bestehendes Gebinde, das meist mit farbigen Stoffbändern umwunden ist, die als Zier dienen und auch Halt geben. Der Durchmesser der Girlande ist immer gleichmäßig stark, zum Unterschied von den oft nur einzeln auftretenden, aus Blumen und Früchten hergestellten Gehängen, die wie ein liegender Halbmond in der Mitte stärker sind und als * Festons bezeichnet werden. Die Girlande kann stabförmig vertikal bzw. horizontal (etwa bei Umrahmungen) verlaufen oder aus einer Folge von bogenförmigen Gehängen bestehen. Die Girlande war ein beliebtes Motiv der antiken Baukunst, häufig zusammen mit * Bukranien (Bukranien-Girlanden-Fries), wie etwa am Markttor von Milet.

Darstellungen auf Vasen, * Fresken, Mosaiken und in Form von Reliefs lassen erkennen, dass Frauen mit Girlande aus natürlichen Blumen Kultsteine schmückten ( z. B. Wandmalerei in der Villa Item, * Pompeji). Im Mittelalter wurden Darstellungen von Girlanden erst durch den italienischen Bildhauer Donatello (1386-1466) wieder üblich, der die Zierform auf römischen Sarkophagreliefs gesehen hatte und dann selbst häufig verwendete, u. a. beim Grabmal des Gegenpapstes Johannes XXIII. (Florenz, Baptisterium). In der Renaissance bevorzugte man statt der Girlande eine Aneinanderreihung von Festons, wobei als Verbindung zwischen den einzelnen Gehängen geflügelte Puttiköpfe üblich waren. Durch den Klassizismus wurde die Girlande als Dekor im 18./19. Jh. wieder modern. So erfreuten sich z. B. im * Adam Style gemalte oder als * Marketerie ausgeführte Girlanden großer Beliebtheit. Die so genannten * Blütengehänge sind in ihrer Wirkung zarter und duftiger als Girlanden und Festons.

A. E. NAPP, Bukranion und Girlande, Diss. Heidelberg 1933.


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