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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Glasmalerei , im kunstgeschichtlichen Sinn in erster Linie Bezeichnung für jene figürlichen Bilder und Ornamente, die nicht mit Farben gemalt, sondern aus farbigen Glasstücken mosaikartig zusammengesetzt und in * Bleiruten gefasst sind. Die Blütezeit der G.lasmalerei war die Gotik. Als Grundlage für eine Glasmalerei diente ein als * Karton ausgeführter farbiger Entwurf, * Scheibenriss genannt, nach dem man das bereits in der Glasmasse (Schmelze) gefärbte Glas zurichtete. Mit Hilfe eines heißen Drahtes wurden die Glasstücke abgesprengt und mit dem "Kröseleisen", seit Mitte 16. Jh. mit Diamantschneidern, exakt geformt. Zusätzlich erfolgte meist noch eine Bemalung mit * Schwarzlot, später auch mit anderen Lotfarben, die bei 600° C eingebrannt wurden, bevor man die einzelnen Glasstücke in Bleiruten fasste. Die zum Teil sehr hohen Fenster wurden gegen starken Wind mit so genannten * Sturmstangen und * Windeisen gesichert. Die ersten aus farbigen Glasstücken hergestellten und in Blei gefassten Fenster sollen um 580 im Auftrag des Bischofs Gregor von Tours entstanden sein. Die ältesten in Resten erhaltenen, als Glasmalerei gefertigten Fenster sind romanischen Ursprungs (11. Jh.) und befinden sich im Augsburger Dom. Aus der Mitte 12. Jh. stammen die Fenster im * Chor von * St. Denis und die Fenster der Westseite der * Kathedrale von Chartres. Seit der Neuzeit wird meist nicht mehr die Glasmasse eingefärbt und das Motiv aus verschiedenfarbigen Glasstückchen wie ein Mosaik zusammengesetzt und durch Bleiruten verbunden, sondern die Darstellung wird mit transluzider Schmelzfarbe auf die Rückseite des Glases gemalt und eingebrannt. Im Mittelalter diente die Glasmalerei nicht nur als Zierde, sondern auch zur Verbreitung religiöser Informationen. Heilige wurden z. B. über die Glasfenster sehr wirksam präsentiert und ihre Verehrung dadurch beeinflusst. Schöne Beispiele von Glasmalerei sind auch bei * Wappenscheiben zu finden. Die moderne Entsprechung der Glasmalerei ist das so genannte * Dickglasmosaik.

W. DAHMEN, Got. Glasfenster, Bonn, Leipzig 1922; J. L. FISCHER, Handb. der G., Leipzig 1937; H. WENTZEL, Meisterwerke der G., 1951; J. SCHNEIDER, Glasgemälde, Kat. der Sammlungen des Schweizerischen Landesmuseums 1, Zürich 1970; L. GRODECKI, C. BRISAC, Roman. G., Fribourg, Stuttgart 1977; L. LEE, E. DRACHENBERG, Die mittelalterl. G. im Erfurter Dom, Berlin 1979; G. FRENZEL, Probleme der Restaurierung, Konservierung und prophylakt. Sicherung mittelalt. G., in: Kunstspiegel 3, 1981; C. BRISAC, Glasfenster: 1000 Jahre europ. G., Freiburg, Basel, Wien 1985; R. BECKSMANN, Die mittelalterl. G. in Schwaben von 1350-1530, Berlin 1986; M. K. SCHULZ, G. der klass. Moderne in Dtl., Diss. Karlsruhe 1984, publ. Frankfurt/M., Bern 1987; E. DRACHENBERG, Mittelalterl. G. in Erfurt, Leipzig 1988; H. SCHOLZ, P. van TREECK, Die G. in der Imhoffschen Grabkapelle St. Rochus in Nürnberg, in: MVGN 76, 1989, S. 265 ff.; H. SCHOLZ, Entwurf und Ausführung. Werkstattpraxis in der Nürnberger G. der Dürerzeit, in: Corpus vitrearum medii aevi Deutschland, Studien 1, Berlin 1991.


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