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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Gobelin , Bezeichnung für eine in der königlichen Manufaktur in Paris hergestellte * Tapisserie. Der Name Gobelin lässt sich bis um 1440 zurückverfolgen. Zunächst besaß die Familie Gobelin eine Scharlachfärberei in dem gleichnamigen Dorf nahe Paris. 1607 begann die Familie Gobelin dann mit der Herstellung von Bildteppichen. 1663 gründete Colbert im Auftrag Ludwig XIV. die "Manufacture royale des tapisseries et des meubles de la Couronne", für die unter der Leitung von * Le Brun über 250 Handwerker (Bronzegießer, Kunsttischler, Silberschmiede, Steinschneider, Elfenbeinschnitzer usw.) tätig waren. Damals erfolgte auch die Eingliederung der Gobelin-Wandteppich-Manufaktur, die dann "Königliche Gobelin-Manufaktur" genannt wurde. Zusätzlich nahm man noch Wirker aus Maincy auf. 1667 wurde auch die von Marc de Comans aus Brüssel und Frans van den Planken aus * Oudenaarde 1601 in Paris gegründete Bildteppichmanufaktur übernommen. Die Wirker arbeiteten hauptsächlich für die Krone, durften aber kleinere Arbeiten für private Auftraggeber in Eigenregie ausführen.

Nach * Kartons von Le Brun entstanden u. a. die bekannten Wandteppichserien "Die vier Elemente", "Die Jahreszeiten", "Die Geschichte des Königs" und "Die Geschichte Alexanders des Großen". Nachdem Le Brun nach dem Tod Colberts 1683 beim König in Ungnade gefallen war, wurde die Produktion der "Manufacture royale des tapisseries et des meubles de la Couronne" erheblich verkleinert und 1694 aus Geldmangel die Produktion gänzlich eingestellt. Der großen Nachfrage wegen nahm man 1699 die Herstellung von Tapisserien aber wieder auf. Die überaus große Bedeutung der Gobelinmanufaktur hat dazu geführt, dass die Bezeichnung Gobelin allgemein als Synonym für * Tapisserie verwendet wird, selbst für flämische Tapisserien. Bei so genannten "unechten Gobelin" handelt es sich um * Jacquardweberei.

M. FENAILLE, Etat Général des tapisseries de la Manufacture des Gobelins, Paris 1903-25; R. F. BURCKHARDT, Gewirkte Bildteppiche des 15. u. 16. Jh., Leipzig 1923; H. GÖBEL, Wandteppiche, 6 Bde., Leipzig 1923-34; H. SCHMITZ, Bildteppiche. Gesch. der G.wirkerei, Berlin 1921; M. FENAILLE, État géneral des tapisseries de la manufacture des Gobelins, Paris 1923; F. SALET, La Tapisserie française du Moyen Age à nos jours, Paris 1946.


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