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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Goldene Rose , Papstrose, Tugendrose, Rosa aurea,

Bezeichnung für eine aus Gold geschmiedete Blüte, die als kleiner Behälter ausgeführt und mit wohlriechenden Essenzen (* Moschus und * Balsam) gefüllt wurde (* Duftrose). Jedes Jahr stellte ein Goldschmied im Auftrag des Papstes die Goldene Rose her, die dann der Kirchenfürst am vierten Fastensonntag, dem Sonntag Lätare (Rosensonntag), einer Persönlichkeit verlieh, die sich um die katholische Kirche besonders verdient gemacht hatte. Eine der ersten Goldenen Rosen schenkte Papst Urban II. 1096 dem Grafen von Anjou. Die Anfang 14. Jh. von Papst Clemens V. dem Fürstbischof von Basel verliehene und im Musée de Cluny in Paris aufbewahrte Goldene Rose ist eines der frühesten erhalten gebliebenen Exemplare.

Ursprünglich war die Auszeichnung Männern vorbehalten. Als sie später aber auch auf Frauen überging, nannte man sie meist Tugendrose; Männer wurden seit dieser Zeit mit dem * Papstschwert bedacht. Der Brauch, die Tugendrose an Frauen zu vergeben, reicht bis in unsere Zeit. So wurde noch 1925 die belgische Königin vom Papst mit der Goldenen Rose geehrt. Die erste Tugendrose soll Königin Giovanna von Sizilien 1386 erhalten haben. Die 1417 an die Signoria von Florenz (Rat von Florenz) verliehene Goldene Rose bestand aus neun mit Saphiren verzierten goldenen Blüten, die mit * Balsam, * Moschus und * Myrrhe gefüllt waren. Papst Innozenz III. (1198-1216) verglich die Goldene Rose mit Jesus und sagte: "Wie die Rose aus Gold, Moschus und Balsam zusammengesetzt sei, so bestehe auch Jesus aus drei Substanzen, aus der Gottheit, der menschlichen Seele und dem menschlichen Körper."

M. LEITHE-JASPER, G., in: Weltliche u. Geistliche Schatzkammer, Kunsthist. Mus. Wien, Wien 1987, S. 109-110.


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