Graduale , von. lateinisch gradus, "Stufe".
Bezeichnung für die im katholischen Ritus während der hl. Messe zwischen Epistellesung und Evangelium üblichen Gesänge. Der Name weist darauf hin, dass der Vorsänger der Psalmenverse auf den Stufen des * Ambos stand. Die Gläubigen sangen die Kehrverse, weshalb auch vom "responsorium graduale" gesprochen wird.
Im Mittelalter war das Graduale (Messantiphonar) das Verzeichnis dieser Gesänge. Seit dem 12. Jh. wurden im Graduale alle Messgesänge verzeichnet, deshalb zumeist mehrbändig angelegt. Graduale stellen oft großartige Zeugnisse mittelalterlicher Buchmalerei dar. Durch eine * Faksimile-Ausgabe besonders bekannt ist das um 1312 entstandene Graduale aus dem Dominikanerinnenkloster St. Katharinenthal.
A. KNOEPFLI, Die Entstehung des G., in: Librorum 22, 1979; A. A. SCHMID (Hg.), Das G. von St. Katharinenthal, Bd. 1 Faksimile, Bd. 2 Kommentar von E. J. Beer, Luzern 1980/83; O. MAZAL, Das G. von St. Katharinenthal, Faks.-Ausgabe, in: Codices manuscripti 9, 1983; B. JESSBURGER, Ein dominikanisches G. aus dem Anfang des 14. Jh., Cod. 173 der Diözesanbibliothek Köln, in: Beiträge zur rhein. Musikgeschichte 139, Berlin 1986.
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