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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Gral , meist abgeleitet von altfranzösisch graal, "Gefäß" und als sakraler Gegenstand (Gefäß, Stein oder Gerät) der mittelalterlichen Dichtung beschrieben.

Der Legende nach wird der Gral zusammen mit einer blutigen Lanzenspitze in der Gralsburg aufbewahrt und von den Gralsrittern bewacht. Oft wird der Gral als jenes Gefäß bezeichnet, in dem * Josef von Arimathia das aus der Lanzenstichwunde fließende Blut des gekreuzigten * Heilands auffing und das deshalb als wundertätig gilt.

Wie es heißt, nimmt sein Anblick jenen, die sich als würdig erweisen, Krankheiten sowie alles Leid ab und schenkt ihnen ewige Jugend. Einer anderen Überlieferung nach soll man aus dem schalen- oder kopfförmigen Gral unbegrenzt Speisen entnehmen können. Es gibt Theorien, die den Gral als Gerät deuten, mit dem das biblische Manna hergestellt werden konnte. In dem Zusammenhang gibt es Parallelen zu * Baphomet, dem geheimnisvollen Kopf des * Templerordens.

Als die älteste Gralsdichtung gilt der "Perceval" von Chrétien de Troyes (gest. vor 1190). Danach folgte der "Roman de l'estoire dou Graal" von Robert de Boron. Im deutschsprachigen Raum scheint sich Wolfram von Eschenbach in seinem * Parzival als erster mit dem Gralsthema befasst zu haben. Heiliger Gral hieß eine im Domschatz zu Genua aufbewahrte dickwandige dunkelgrüne gehenkelte Schale, die an der Innenseite Gravuren mit geometrischen Darstellungen aufweist. Sie wurde 1102 von * Kreuzfahrern aus Cäsarea mitgebracht und galt ehedem als * Smaragd, besteht aber tatsächlich aus farbigem Glas.

L. POLLMANN, Chrétien de Troyes und der "Conte del G.", Tübingen 1965.


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