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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Gulden , früher auch Guldiner und mundartlich Gülden. Der Name der alten Goldmünze bedeutet "aus Gold". Die Prägung des Gulden erfolgte Anfang des 14. Jh. in Deutschland als Gegenstück zum Florentiner * Floren.

Zunächst behielten die Nachprägungen aus 3,537 g * Feingold noch den Florentiner Typus bei. Vor allem die rheinischen Kurfürsten ließen Goldgulden herstellen, wovon 8 auf eine Unze bzw. 64 auf eine * Mark entfielen. Der "rheinische Gulden" entwickelte sich zur Haupthandelsmünze im westlichen Deutschland. Später wurde in Deutschland der Feingoldgehalt des Gulden mehrmals reduziert und auch die Aufprägung geändert. Am längsten prägte man Goldgulden in Hannover, und zwar seit 1749 zu 18 * Karat 10 * Grän Feingehalt oder 91 7/10 Stück aus der Mark fein. Die gewohnte Bezeichnung Floren war aber weiterhin üblich, ebenso die Abk. "fl.". Der Gulden repräsentierte einen Wert von 240 * Pfennigen, mittelhochdeutsch "guldin pfennig" (goldener Pfennig). Er wurde auch Gold-Gulden genannt und unterschied sich so im Namen von seinem seit 1559 durch die Augsburger Reichsmünzordnung geschaffenen Äquivalent in Silber, dem Reichsguldiner.

Die silbernen Guldenmünzen wurden auch Gulden-Groschen oder Gulden-Taler genannt und entsprachen dem Wert von 60 * Kreuzern (Abk. kr.). Durch den Widerstand der Länder mit Talerwährung wurden Gulden und Kreuzer nie zur alleinigen Reichswährung. Das Reichsgesetz von 1871 verfügte die Abschaffung von Gulden und Kreuzern. Durch den Wiener Münzvertrag von 1857 wurde der neue österreichische Gulden im Wert von 100 Kreuzern geschaffen, abgelöst 1892 durch die Kronenwährung.

Einige Beispiele für die Kaufkraft des Guldens: Anfang 17. Jh. verdiente ein Maurer- oder Zimmermanngeselle im Monat 5 fl. Der vergleichsweise hohe Betrag diente den Bauhandwerkern zur Schaffung einer finanziellen Rücklage für die Winterarbeitslosigkeit. Staatliche Unterstützungen gab es keine. Der Jahreslohn eines Schulmeisters, Wachtmeisters oder erzherzoglichen Kammerdieners betrug etwa 20 fl., zuzüglich Unterkunft und Verpflegung. Der * Harnisch für einen * Landsknecht kostete im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) 7 fl. und ein schwerer Reiterharnisch 35 fl. Für ein Reitpferd musste man etwa 30 fl. bezahlen, und ein Ochse kostete am Wiener Markt zirka 15 fl. Dabei ist zu bedenken, dass das Durchschnittsgewicht eines Ochsen Anfang 17. Jh. nur etwa 150 kg betrug. (Heute wiegen Ochsen je nach Rasse zwischen 500 und 1000 kg.) 1 kg Fleisch kostete im Geschäft durchschnittlich 10 * kr. (1 Kreuzer = 1/60 Gulden oder Floren).

A. WALTER, Geldwert in der Geschichte. Ein methodischer Versuch, in: Vierteljahresschrift für Sozial- und Wirtschaftsgesch. 10, 1912, S. 1-52; R. GEYER, Die Kaufkraft des Geldes in alter Zeit, in: Wiener Geschichtsblätter, NF 3, 1948, S. 17-24; A. F. PRIBRAM, Materialien zur Gesch. der Preise und Löhne in Österreich, Wien 1938; P. W. ROTH u. a., Der Grazer Harnisch, Veröffentlichungen des Landeszeughauses Graz, Sonderausstellung im Joanneum Graz, 1971, S. 23-24.


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