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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Haarschmuck

1) Schmuck, zu dessen Herstellung Menschenhaar verwendet wurde. Man unterscheidet zwischen Objekten, die zur Gänze aus kunstvoll geflochtenem Menschenhaar bestehen und nur an den Enden in Gold gefasst sind, etwa Armbänder, Hals- bzw. Ohrschmuck und "Uhrketten", sowie Haarschmuck in Form von * Haarbildern, die in Schmuckstücken eingesetzt sind. Haarschmuck war vereinzelt schon im 18. Jh. bekannt. In Mode kam er aber erst im Biedermeier mit dem Aufkommen von Freundschaftskult und Trauerschmuck. Man vermutete, dass das Haar den Seelenstoff in sich trage und somit eine Verbindung zu dem Menschen herstelle, von dem die Haarlocke stammte. Besonders schönen Haarschmuck stellte der bekannte französische Goldschmied * Lemonnier her.

2) Bezeichnung für im Haar getragene Schmuckstücke, wie * Aigretten, verzierte Steckkämme, Perlenschnüre etc. Bei den aus dem 19. Jh. stammenden hochovalen Elfenbeinbroschen in Form schöner, als Hochrelief geschnitzter Frauenbüsten sind oft Perlenschnüre als Haarschmuck wiedergegeben.

G. HEMPEL, Schmuck aus Haaren, Kat., Wien 1982; I. ENDRES-MAYER (Bearb.), Schmuck aus Haaren, Kat., Deggendorf 1987.


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