Handtreu , Bezeichnung für einen Fingerring, dessen * Ringkopf aus zwei rundplastisch ausgeführten, ineinandergelegten Händen gebildet wird.
Der Handtreu, lateinisch "dextrarum iunctio", war schon den Römern bekannt und wird als Vorläufer des Eheringes angesehen. Das Motiv an sich ist noch älter und reicht ins Altertum zurück, wie Elfenbeinfunde aus Nimrud erkennen lassen. Besonders beliebt war der Handtreu im Biedermeier als Treuering (Verlobungsring) und auch als Freundschaftsring. Der Verbindung zum Herzen wegen, durch die so genannte * Vena amoris (Liebesader), wurde der Handtreu meist am Ringfinger der linken Hand getragen.
Lit. R. D. BARNETT, A Catalogue of the Nimrud Ivories, London 1957; F. FALK, Kat. Pforzheim Schmuckmuseum, Pforzheim 1980.
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