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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Hausmaler , Winkelmaler, Pfuschmaler, französisch Chambrelan, Bezeichnung der von der * Zunft unabhängigen Maler, die seit dem späten 17. Jh. teils mit, teils ohne Einwilligung der * Manufakturen Glas und * Fayencen, seit ca. 1725 vornehmlich * Porzellan, im eigenen Haus bemalten und auch feilboten.

Der Anteil des bei der Produktion anfallenden Porzellans mit kleinen Fehlern war früher verhältnismäßig groß. Meist war es diese als * Brack bezeichnete Ausschussware, die von den Manufakturen an die Hausmaler verkauft wurde. Die stetig wachsende Zahl der Hausmaler stellte für die Manufakturen schon bald eine bedrohliche Konkurrenz dar. Weigerte sich eine Manufaktur, die Hausmaler zu beliefern, so kauften diese sparsam bemaltes Porzellan auf und fügten aufwendig gestaltete eigene Malereien hinzu. Besonders viele Hausmaler waren in Nürnberg, Augsburg und in niederländischen Städten tätig. Einer der ersten und populärsten war der in Nürnberg ansässige Hausmaler J. * Schaper.

Der Augsburger Goldschmied und "Feuermaler" Abraham Seuter (1699-1747) wird im Zusammenhang mit der Herstellung von * Goldchinesen auf Meißener Porzellan erwähnt, die sein Bruder, der Fayencemaler Bartholomäus Seuter, mit bunten Farben ergänzte. Im Zusammenhang mit kleinfigurigen farbigen Chinaszenen und in radiertem Gold ausgeführten Goldchinesen findet auch der Augsburger "Chambrelan" Johannes Aufenwerth Erwähnung. Besonders viele Informationen gibt es über Hausmaler Ignaz Peissler (gest. 1676), der u. a. für Dr. Ernst Benjamin von Löwenstadt und Ronneburg in Breslau (1722-29), den Grafen Franz Karl Liebsteinsky von Kolowrat in Kronstadt/Böhmen (1729-39) und in Wien tätig war und sowohl Glas (* Schwarzlot mit Gold) als auch Porzellan bemalte. Sehr erfolgreich war auch der 1745-1776 nachweisbare Hausmaler Franz Ferdinand Mayer aus Preßnitz/Böhmen. In Wien arbeiteten u. a. J. Bottengruber, J. Helchis und C. F. von Wolfsburg. Sie verwendeten für ihre Arbeiten Erzeugnisse der * Wiener Porzellanmanufaktur. Von den Frauen, die sich als Hausmaler betätigten, sind Anna Elisabeth Wald und Sabina Hosennestel, die verheiratete Tochter des Augsburger Hausmalers Johannes Aufenwert (1659-1728), namentlich bekannt. Ebenso wie den bei Porzellanmanufakturen beschäftigten Malern dienten * Stiche auch den Hausmalern als Vorlagen für ihre Arbeiten.

G. E. PAZAUREK, Dt. Fayence- und Porzellan-H., 2 Bde., Leipzig 1925, Nachdr. Stuttgart 1971; S. DUCRET, Die H. Aufenwerth in Augsburg, in: Die Weltkunst, 15. Nov. 1966; S. DUCRET, A. E. Wald, eine geborene Aufenwerth, in: Keramos 50, 1970; H. BOSCH, Die Nürnberger H. Emaillefarbendekor auf Gläsern und Fayencen der Barockzeit, München 1984.


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