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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Heimsuchung Mariä , Mariä Heimsuchung (lateinisch Visitatio), Bezeichnung für den Besuch Marias bei ihrer Kusine * Elisabeth, die wie sie guter Hoffnung war.

Anlässlich der Verkündigung durch den Erzengel Gabriel (* Annuntiatio), bei der Maria mitgeteilt wurde, dass sie den Gottessohn gebären werde, bekräftigte der Engel seine Prophezeiung mit dem Hinweis, dass auch ihre betagte Kusine Elisabeth guter Hoffnung sei (* Lukas 1, 39 ff.). Maria machte sich daraufhin auf den Weg, um Elisabeth zu besuchen. Bei der Begrüßung durch ihre Kusine wird Elisabeth offenbar, dass ihr in Maria die Mutter des Gottessohnes begegnet, denn es heißt in der Bibel bei Lukas: Als Elisabeth den Gruß Marias hörte, da hüpfte das Kind in ihrem Leib und Elisabeth wurde erfüllt vom Heiligen Geist. Sie erhob laut ihre Stimme und rief: "Gebenedeit bist du unter den Frauen und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes! ... Selig, die geglaubt hat, dass in Erfüllung gehen wird, was ihr gesagt worden ist vom Herrn." Maria antwortete darauf mit dem * Magnifikat, das mit den Worten beginnt: "Magnificat anima mea Dominum ..." (Hochpreiset meine Seele den Herrn ..). Die Heimsuchung Mariäs ist ein in der christlichen Kunst beliebtes Motiv. Eine frühe Darstellung der Begegnung der beiden graviden Frauen ist auf der aus dem 6. Jh. stammenden * Kathedra des Bischofs Maximianus von Ravenna zu sehen (Museo Arcivescovile, Ravenna). Während im Frühmittelalters das Treffen von Maria und Elisabeth nur als einfache Begegnung wiedergegeben wird, sind die beiden Frauen seit dem 12. Jh. zumeist dargestellt, wie sie einander umarmen. Die Geburt * Johannes des Täufers wurde * Zacharias, dem Mann Elisabeths, durch den Erzengel Gabriel prophezeit (Lukas 1, 13 ff). Vgl. * Heilige Sippe.

H. SACHS, E. BADSTÜBNER, H. NEUMANN, Wörterbuch zur christl. Kunst, Hanau o. J.; G. M. LECHNER, Maria gravida. Zum Schwangerschaftsmotiv in der bild. Kunst, in: Münchner Kunsthist. Abh. IX, München 1981.


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