Hell-Dunkel-Malerei , Mittel der Bildgestaltung, deren Wirkung auf den Gegensätzen von Hell und Dunkel beruht.
Erst im späten 16. Jh. hat sich auch die Malerei des oft mystisch anmutenden und in der Graphik (* Holzschnitt, * Schrotblatt etc.) oft unvermeidbaren Effekts des abrupten Wechsels von hell und dunkel bedient. Der Höhepunkt der Hell-Dunkel-Malerei fiel in die Barockzeit. An die Stelle scharfer Umrisslinien treten bei der Hell-Dunkel-Malerei stark gegensätzlich ausgeführte helle und dunkle Kompositionselemente, ausgelöst durch grelle Licht- und harte Schatteneffekte. Die wohl bedeutendsten Vertreter dieser Malweise waren Caravaggio und Rembrandt. Die Technik wird oft auch mit dem italienischen Terminus Chiaroscuro bzw. mit dem französischen Ausdruck * Clair-obscur bezeichnet. Zu den extremsten Formen der Hell-Dunkel-Malerei zählt die Malerei mit * Schlaglichtern und * Schlagschatten. Beim Hervorheben kleiner Partien durch das Aufsetzen einzelner Licht- oder Glanzpunkte spricht man von * gehöht.
T. GEBHARD, Hell u. Dunkel in d. Volkskunst, in: Bayer. Jahrb. f. Volkskunde, Jahrg. 1950; Über Farbe, Licht u. Dunkel, in: Hefte d. Kunsthist. Seminars der Univ. München, hg. von H. Sedlmayr, H. 5, München 1959; Über Farbe, Licht u. Dunkel II. Zeit u. Licht, in: Hefte d. Kunsthist. Seminars d. Univ. München, hg. von H. Sedlmayr, H. 9/10, München 1964; E. v. ZAWADSKY, Helldunkel u. Farbe b. Rubens, Diss. München 1965.
|