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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Hermes , griechischer Gott und Bote der * olympischen Götter, Sohn des * Zeus und der Nymphe Maia.

Hermes entspricht dem römischen Gott * Merkur. Die Attribute des meist jugendlich dargestellten Gottes sind ein breitkrempiger Hut, an dem man später auch Flügel anbrachte (* Petasos), geflügelte Sandalen und der zaubermächtige goldene Heroldstab (griechisch * Kerykeion, lateinisch Caduceus), mit dem Hermes einschläfern und Träume bewirken kann. Er galt deshalb manchmal als Behüter des Schlafes und des Traumes, wofür ansonsten die Götter * Hypnos und * Morpheus verehrt wurden.

Eine griechische Statue des Hermes Kriophoros (Schafträger) zeigt den Gott in der Pose des * Guten Hirten, mit einem Schaf auf den Schultern. Die Darstellung weist darauf hin, dass der Gott in manchen Gebieten auch als "Träger der Schafe" und Patron der Hirten verehrt wurde. Hermes gilt als überaus schlau, einfallsreich und als Erfinder der * Lyra. Da sich Hermes seit frühester Jugend als meisterhafter Dieb und Händler betätigt hatte, wurde er als Patron der Reisenden, Kaufleute, Diebe und Gauner verehrt. Zu seinen Aufgaben zählte es auch, die Geister der Toten bei ihrer Reise in die Unterwelt zu führen. Die archäologischen Funde beschränken sich meist auf Vasenbilder und * Hermen. Im Barock wurde Hermes in der Bildenden Kunst oft dargestellt, wie er mit seinem Flötenspiel den hundertäugigen * Argus einschläfert, um ihn dann zu erschlagen. Die Tötung des von * Hera bestellten Wächters sollte * Zeus die Möglichkeit bieten, * Io, seiner in eine Kuh verwandelten Geliebten, ihre Frauengestalt wiederzugeben. Auf Darstellungen kann Hermes mit * Kairos verwechselt werden, der ebenfalls mit geflügelten Füßen wiedergegeben wird.

K. KERÉNYI, H. Der Seelenführer, Zürich 1944; P. ZANKER, Wandel der H.gestalt in der attischen Vasenmalerei, Bonn 1965; S. BRINK, Mercurius Mediceus. Studien zur panegyr. Verwendung der Merkurgestalt im Florenz des 16. Jh., Diss. Köln 1984/85, Worms 1987.


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