Herrnhuter Brüdergemeinde , Herrnhuter Brüderunität, von N. L. Graf von Zinzendorf 1727 in Herrnhut (Oberlausitz) gestiftetes kirchliches Gemeinwesen, aufbauend auf die 1722 von Christian David auf Zinzendorfschem Landbesitz gegründete Handwerkerkolonie Herrnhut.
1749 erlangte die Herrnhuter Brüdergemeinde in Sachsen staatliche Anerkennung, nachdem die Mitglieder zum Augsburger Bekenntnis übergetreten waren. Die Anhänger der Herrnhuter Brüdergemeinde huldigten dem Pietismus, einer schwärmerisch-enthusiastischen Christusverehrung. Die Herrnhuter Brüdergemeinde galt als Musterbild der christlich sozialen Handwerkersiedlung. Die Wohlhabenheit der Vereinigung beruhte großteils auf der Herstellung von gewebten Textilien, die in ganz Europa verkauft wurden. Die Herrnhuter Brüdergemeinde war missionarisch u. a. in Nordamerika, Südafrika und Grönland vertreten. Abraham * Roentgen meldete sich z. B. 1740 als Missionar, seine Ausreise missglückte jedoch, und er gründete 1741 in Herrnhag b. Büdingen eine Möbelwerkstatt.
H.-J. WOLLSTADT, Geordnetes Dienen in d. christl. Gemeinde, dargestellt an den Lebensformen der H. in ihren Anfängen, Göttingen 1966; Chr. HAHN, H. REICHEL (Hg.), Zinzendorf u. die H. Quellen zur Gesch. der Brüder-Unität von 1722-1760, o. O. 1977; S. BAYER, Zum 200jähr. Bestehen des Kirchensaales d. Brüdergemeinde in Neuwied, Neuwied 1985.
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