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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Hexe , von althochdeutsch hagzissa, "auf Hecken oder Zäunen sitzend".

Vom Mittelalter bis zum 18. Jh. galten Hexen (und männliche Hexer) als Personen, die mit Dämonen und dem Teufel im Bunde standen, des Zauberns kundig waren und auf Wetter und Gesundheit Einfluss nehmen konnten. Hexen wurden bezichtigt, bei gemeinsamen Treffen auf dem Bocksberg schändliche Feste (Hexensabbate) zu feiern und Gott zu lästern. Menschen, deren Äußeres sich vom Durchschnitt unterschied (rotes Haar, Buckel, zweifarbige Augen, überlange Nase u.s.w.) waren in Gefahr, als Hexen oder Hexenmeister angeklagt, der peinlichen Befragung, d. h. der Folter unterworfen und schließlich auf dem Scheiterhaufen verbrannt zu werden. Obwohl schon seit dem 5. Jh. immer wieder von Hexen berichtet wurde, setzte die eigentliche Hexenverfolgung erst im 13. Jh. durch die Tätigkeit der päpstlichen Ketzerkommissionen ein, die vor allem Frauen der Buhlschaft mit dem Teufel bezichtigten. Auch vermeintliche Zauberei, wozu u. a. die Krankenheilung mittels Kräuterextrakten zählte, galt als ketzerischer Tatbestand und wurde gnadenlos verfolgt.

Für die Verbreitung und die Exzesse besonders verantwortlich war die Schrift "Der Hexenhammer" (Malleus maleficarum). Sie wurde 1487 von der päpstlichen Inquisition verfasst und enthält eine Auflistung der verschiedenen Formen des Hexenglaubens und der Zaubereidelikte, die zu ahnden seien. Von den als Hexen verbrannten Frauen am bekanntesten ist die * Jungfrau von Orléans. Dargestellt wurden Hexen meist zusammen mit schwarzen Katzen, Krähenvögeln und Kröten oder auf einem Besen bzw. Bock reitend, meist in Form graphischer Blätter. Erst die Aufklärung und entsprechende Gesetze des 18/19. Jh. setzten der Hexenverfolgung ein Ende.

W. ZÖLLNER, Teufelsglaube u. H.wahn, Leipzig 1985; E. HEINEMANN, H. und H.glauben. Eine hist.-sozialpsycholog. Studie über den europ. H.wahn des 16. u. 17. Jh., Frankfurt/M., New York 1986; J. P. DAVIDSON, H. in d. nordeurop. Kunst 1470-1750, Freren 1988.


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