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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Hirschfänger , früher bei der Jagd verwendete, an der Seite (Seitenwaffe) getragene * Blankwaffe mit langer, gerader Klinge. Ursprünglich diente der Hirschfänger zum "Abfangen" des großen Wildes, d. h. mit dem Hirschfänger wurde beispielsweise einem von Hunden gestellten Hirsch der "Fang", der Todesstoß versetzt. Der Hirschfänger entwickelte sich aus dem * Jagdschwert bzw. dem * Jagddegen, weshalb die frühen so genannten "eisernen Hirschfänger" noch einen * Griffbügel als Handschutz haben. In der Barockzeit wurden die bis dahin aus Eisen geschmiedeten Teile des * Gefäßes (* Parierstange, * Stichblatt, Griffbügel und, wenn vorhanden, Griffkappe) durch aufwendig gestaltete gegossene Teile aus Messing, bisweilen auch aus vergoldetem Silber abgelöst. Der Hirschfänger entwickelte sich im 17./18. Jh. von der Gebrauchs- zur Paradewaffe und zu einem Standessymbol herrschaftlicher Jäger und Forstbeamter. Von den zu Scharfschützeneinheiten eingezogenen Jägern wurde der Hirschfänger auch als militärische Waffe geführt. Während bei den frühen "Eisenhirschfängern" die Klinge in den Handgriff übergeht und meist mit * Griffschalen aus Hirschhorn versehen ist, setzt sich bei den mit gegossenen Gefäßteilen versehenen Exemplaren die Klinge im * Heft nur in Form der schmalen * Angel fort. Bei diesen so genannten "schönen" Hirschfängern besteht das Heft, d. h. der Handgriff, bisweilen aus beschnitztem Elfenbein. Blankwaffen mit säbelförmig gebogener Klinge, die ein dem Hirschfänger ähnliches Gefäß aufweisen, heißen * Jagdplauten.

G. SEIFERT, Der Hirschfänger, Schwäbisch Hall 1973.


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