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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Hirtenstab

1) Gebrauchsgegenstand der Hirten. Prinzipiell unterscheidet man beim Hirtenstäben drei Gruppen:

a) Hirtenstab mit verschieden großen haken- bis schneckenförmigen Enden, den so genannten Krümmen. Je mehr die Enden schneckenhausförmig gekrümmt sind, desto weniger sind sie praktisch verwendbar und dienen auschließlich zur Zierde. Hakenförmige Krümmen sind seit alters her bekannt. Man kann mit ihnen bei Schafen an einem Horn, am Hals oder einem Bein einhaken, das Tier festhalten und es so von der Herde trennen.

b) Hirtenstab mit * Tau-Griff. Diese krückenartige Form diente als Vorbild für Stäbe, wie sie von Würdenträgern der Ostkirche verwendet werden. Auch Pilgerstäbe waren oft in der Weise gestaltet.

c) Hirtenstab mit einem paddelförmigen Kopfteil (* Hirtenschaufel).

Hirtenstäbe hatten am unteren Ende oft eine Eisenspitze, mit der sich die Schäfer gegen Wölfe, verwilderte Hunde oder Räuber zur Wehr setzten. Im Osten verwendeten Stammesführer bereits in der Antike besonders verzierte Hirtenstäbe als Herrschaftszeichen. Der Hirtenstab symbolisierte umsichtige Führung, die zwar Unterwerfung und Gehorsam forderte, unter deren Schutz man aber sicher und geborgen war. Der Hirtenstab mit hakenförmigem Kopfteil zählte u. a. auch zu den Insignien der Pharaonen.

2) Von 1) abgeleitete Bezeichnung für * Bischofs- und Abtstab, oft auch * Pastoralstab (Baculus pastoralis), * Pedum oder * Narthex genannt. Während der Hirtenstab der Ostkirche oft die Form eines * Taustabes hat, ist der Oberteil der Stäbe geistlicher Würdenträger im westlichen Kulturkreis für gewöhnlich mehr oder weniger schneckenhausförmig gekrümmt, d. h. als Krummstab ausgebildet und soll erstmals im 7. Jh. in Spanien in dieser Form verwendet worden sein.

Lit. 2): F. FOCKE, Szepter u. Krummstab, FS für A. Fuchs, Paderborn 1950; Th. KLAUSER, Der Ursprung d. bischöfl. Insignien u. Ehrenrechte, Krefeld 1953; BARRAUD, Des Crosses Pastorales, in: Mélanges d'Archéologie, d'Histoire et de Litterature 4, Paris 1956; R. BAUERREIS, Abtstab u. Bischofsstab, in: Studien u. Mitt. zur Gesch. des Benediktinerordens 68, 1957; P. SALMON, Mitra u. Stab ..., Mainz 1960.


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