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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann
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Hodegetria , Hodigitria, griechisch, "Wegführerin", spezieller Marien-Bildtypus.
Die stehende oder als * Halbfigur gestaltete Muttergottes trägt den segnenden Jesusknaben, der eine * Schriftrolle hält, am linken Arm, ihre Rechte ist fürbittend erhoben. Der Evangelist * Lukas soll das Urbild dieses Motivs gemalt haben (* Lukasbilder). Die Bezeichnung Hodegetria geht auf die "Hodegoi" genannten Blindenführer zurück, die Blinde zu einer an der Karawanenstraße in Konstantinopel gelegenen Klosterkirche führten. Die Kirche wurde nach den Führern Hodegoi bzw. Hodegonkirche genannt, ebenso das ein Jahrtausend lang dort aufbewahrte, mittlerweile aber verschollene * Gnadenbild. Eine wahrscheinlich später eingefügte Legende bei Theodorus Lektor berichtet, dass sich die * Ikone ursprünglich in Jerusalem befand und von Kaiserin Eudokia ihrer Schwägerin, der Kaiserin Pulcheria (399-453), aus Jerusalem nach Konstantinopel mitgebracht wurde. Jedes Jahr zur Osterzeit veranstaltete man mit dem Gnadenbild eine feierliche Prozession. Der Ikone wurde * apotropäische Wirkung nachgesagt, und man brachte sie deshalb bei Belagerungen auf die Stadtmauer. In authentischen Berichten über die Jerusalem-Reise der Kaiserin findet das Bildnis keine Erwähnung. (Trägt die Muttergottes den Jesusknaben auf dem rechten Arm, wird die Darstellung * Dexiokratusa genannt. Wenn neben den Händen Marias noch eine dritte Hand zu sehen ist, heißt der Bildtypus * Tricherusa.)
D. KLEIN, St. Lukas als Maler der Maria. Ikonographie der Lukasmadonna, Diss. Berlin 1933.
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