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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Anamorphose , griech., "Umgestaltung",

Bewusst verzerrt, "verstreckt" ausgeführte Darstellung. Anamorphotisch gemalt sind z. B. Figuren bei stark gekrümmten Gewölbedecken, um dem Betrachter die für ihn optimale Ansicht zu bieten. Das Gegenteil geschah bei den anamorphotischen Gemälden des 16. Jh. Es handelt sich dabei um Zerrbilder mit meist figürlichen Motiven oder um Porträts, die bei frontaler Betrachtung stark verzerrt und dadurch verfremdet sind. Vielfach ist nur bei Betrachtung von einem bestimmten Winkel aus zu erkennen, was der Maler abbildete. Bei anderen Bildern ist die Verwendung eines entzerrenden Spiegels notwendig. Anamorphotische Gemälde sind u. a. von Hans Holbein d. J. bekannt.

J. BALTRUSAITIS, Anamorphoses ou Perspectives Curieuses, Paris o. J.; F. LEEMANN, J. ELFFERS, M. SCHUYT, Anamorphosen, Köln 1975; J. BALTRUSAITIS, Anamorphic Art, New York 1977; F. PIEL, A. u. Architektur, in: FS W. Braunfels, Tübingen 1977.


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