Holzstich , Xylographie, Weiterentwicklung des * Holzschnittes. Die Darstellung wird nicht mit Messern in den * Holzstock eingeschnitten, sondern nur unter Einsatz von * Sticheln gestaltet.
Als erster Holzstecher gilt der in Sheffield geborene Künstler Elisha Kirkall (ca. 1682-1742). Die Technik des Holzstiches eignet sich besonders für sehr kleinteilige Motive mit reicher Binnenzeichnung. Für den Holzstock ist hartes, sehr dichtes Holz erforderlich. Zum Unterschied von den bei Holzschnitten üblichen Obsthölzern wurde für Holzstiche hauptsächlich das * Hirnholz des * Buchsbaums verwendet. Die erste Blütezeit des Holzstiches war um 1750 und eine zweite gegen 1800, wobei zu der Zeit der * Weißlinienschnitt gebräuchlich war. Die * Stecher setzten die Eintiefungen so dicht, dass beim Druck feinste Tonabstufungen von Licht bis Dunkel entstanden. In dem Zusammenhang wird auch von Tonschnitten bzw. Tonstichen gesprochen. Ein Spezialist für diese besonders effektvollen Arbeiten war Thomas Bewick (1753-1828).
H. BÄHR, Die Holzschneidekunst, Internat. Ausst. für Buchgewerbe und Graphik, Leipzig 1914; B. REMO, Breviario di xilografia, Fossataro 1967; F.-W. VOIGT, Künstler. Graphik: Holzschnitt, H., Kupferstich, Radierung, Lithographie, München 1980; E. HANEBUTT-BENZ, Studien zum dt. H. im 19. Jh., Frankfurt/M. 1984; W. KOSCHATZKY, Die Kunst der Graphik, München 1988.
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