Höroldt-Malerei , Herold-Malerei, auf den Emailmaler Johann Gregorius Höroldt (geb. 1696, Jena; gest. 1775, Meißen) zurückgehende Malweise.
Höroldt soll der Ausbildung nach Emailmaler gewesen sein, arbeitete aber auch als Tapetenmaler, bevor er für die * Wiener Porzellanmanufaktur tätig war. Da sie finanzielle Schwierigkeiten hatte und die vereinbarten Löhne nicht bezahlen konnte, begab sich Höroldt 1720 nach Meißen und machte an der dortigen * Königlichen Manufaktur Karriere als Porzellanmaler. 1724 unterstanden Höroldt bereits zwölf Porzellanmaler, und er durfte sich "Hofmaler" nennen. 1731 ernannte man ihn zum Hofkommissarius und zum Direktor der Abteilung für Porzellanmalerei. Unter seiner Leitung wandte man sich in Meißen von der chinesischen Manier ab und entwickelte einen eigenen europäischen Stil. Die beibehaltenen * Chinoiserien gehen zum Teil auf Delfter Vorbilder zurück. Kennzeichnend für die Höroldt-Malerei sind frei stehende * Kartuschen mit kleinteiliger, feiner Bemalung; diese Art wird oft als "Inselstil" bezeichnet. Es gibt Meißener Porzellan, das von Höroldt signiert ist. Vor allem aber stammen von ihm die Entwürfe für die Malereien und zum Teil auch für die Farbmischungen.
A. SCHÖNBERGER, Meißner Porzellan mit H., Darmstadt 1953; I. MENZHAUSEN-HANDT, J. G. Höroldt, der Porzellanmaler, in: Dresdener Kunstblätter, H. 4/5, 1960; J. McNAB-DENNIS, J. G. Herold and Company, in: The Art of Meissen Chinoiserie, in: The Metropolitan Mus. of Art Bull., New York 1963; I. MENZHAUSEN, Eine neue krypt. Signatur von Höroldt, in: Keramik-Freunde d. Schweiz, Nr. 67, 1965; A. KLEIN, Der Stil von J. G. Höroldt, in: Keramos Nr. 50, 1970; R. SEYFFARTH, Die Porzellanmalerei in der Höroldtzeit, in: Keramos Nr. 50, 1970; I. MENZHAUSEN, Vielleicht Höroldt u. Kändler, in: Dresdner Kunstblätter, H. 4, Dresden 1975; R. SEYFFARTH, Eine bisher unbekannte versteckte Signatur von J. G. Höroldt, in: Jahrb. der staatl. Kunstslg. Dresden, Dresden 1976.
|