Hubertus , Hubert von Lüttich, Heiliger.
Der Überlieferung nach verfolgte Placidus, ein Feldherr Kaiser Trajans (98-117), einen kapitalen Hirsch. Als das Tier stehenblieb und sich umwandte, erblickte Placidus zwischen dem Geweih ein leuchtendes Kreuz. Der Feldherr sah darin ein Zeichen des Himmels und ließ sich sowie seine Frau und seine Söhne taufen. Getauft wurde Placidus auf den Namen Eusthathius (Eustachius).
Im 11. Jh. wurde diese Legende auf den hl. Hubertus übertragen. Der Legende nach war Hubertus (um 655-727) ein Sohn des Herzogs Bertrand von Toulouse. Nachdem seine Frau Floribana im Kindbett gestorben war, stürzte Hubertus sich in weltliche Vergnügungen, um seinen Schmerz zu vergessen. Als er an einem Feiertag jagte, erschien ihm ein Hirsch mit einem goldenen Kreuz zwischen dem Geweih und Hubertus vernahm eine warnende Stimme. Tief betroffen suchte Hubertus den Bischof Lambert auf und reiste dann nach Rom zu Papst Sergius I., welcher in einer Vision vom Tod des Bischofs unterrichtet und angewiesen wurde, Hubertus zu dessen Nachfolger zu weihen. Als Bischof von Tongern und Maastricht verlegte Hubertus im Jahr 716 seinen Sitz nach Lüttich, wo er 727 starb.
Im 9. Jh. wurden seine Gebeine umgebettet, d. h. in das später nach ihm benannte Kloster St. Hubertus überführt. Der Heilige wird meist mit einem Jagdhund, als Jäger mit * Hifthorn, bewaffnet mit Schwert und Spieß vor dem "Hubertushirsch" kniend, dargestellt, manchmal auch als Bischof mit * Pastoralstab und "Hubertusschlüssel", dem Heilkraft zugeschrieben wurde. Seiner Missionstätigkeit wegen wurde Hubertus auch Apostel der Ardennen genannt. Hubertus ist der Patron der Jäger, Förster und Jagdhunde. Am 3. November, seinem Gedächtnistag, werden große Jagden (Hubertusjagden) abgehalten. In der Kunst ist Hubertus nicht immer eindeutig vom hl. Eustachius zu unterscheiden.
K. PUHR, Die Legende des hl. H. und ihre Darstellung in d. Kunst, Diss. Graz 1947; T. LEPIQUE, Der Volksheilige H. in Kult, Legende, Brauch, Diss. Bonn 1952; A. PAFFRATH, Die Legende vom hl. H., Berlin 1961; J. ROLAND, St. H. d'Ardenne. La légende du cerf cruzifère, inspiratrice d'art populaire, in: FS Lavalleye, Louvain 1970.
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