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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Hugenottenstil , Bezeichnung für den von den Hugenotten geprägten Kunststil.

Die Bezeichnung Hugenotten war ursprünglich ein Spottname, später dann (seit ca. 1560) die allgemeine Bezeichnung für französische Protestanten, die sich zum Calvinismus bekannten.

Es gab mehrere Versuche, den Hugenotten Glaubens- und Kulturfreiheit in Frankreich zu garantieren, doch wurden die Edikte immer wieder gebrochen oder widerrufen, was zu den acht großen Hugenottenkriegen führte. Bis zur Französischen Revolution 1789-1799 waren die der so genannten reformierten Kirche angehörenden Hugenotten in Frankreich immer wieder starker Verfolgung ausgesetzt (* Edikt von Nantes). Viele von ihnen emigrierten deshalb nach Holland und England sowie in die protestantische Gebiete im Norden und Osten Deutschlands, wo sie meist in eigenen Ortsteilen oder Stadtvierteln lebten.

Während die Menschen früher im Allgemeinen sehr sesshaft waren, mussten viele der Glaubensflüchtlinge mehrmals ihren Lebensraum wechseln, was sich auch auf den Stil der Möbel auswirkte. Abgesehen davon, dass die Hugenotten jeden Prunk ablehnten, waren ihre Möbel, um leichter transportiert werden zu können, im Allgemeinen kleiner und weniger wuchtig als zu der Zeit sonst üblich. Der Terminus "Hugenottensilber" lässt erkennen, dass es eine große Zahl hugenottischer Silberschmiede gab. Bekannt ist, dass sich unter den Hugenotten u. a. auch Elfenbeinschnitzer befanden. Von den in England tätigen und vor allem auf Porträtmedaillons spezialisierten Künstlern Cavalier und Le Marchand gilt z. B. als gesichert, dass es sich bei ihnen um Hugenotten handelte.

In der Architektur hielten die Hugenotten an einer nüchternen klassizistisch-barocken Gestaltungsweise fest. Charakteristische Beispiele für ihre Bauweise finden sich in den Niederlanden und in Deutschland. Bekannt sind etwa die lutherische Kirche in Amsterdam, der Französische Dom in Berlin und die Karlskirche in Kassel. Hugenottisch geprägte Stadtviertel gab es u. a. in Kassel (Oberneustadt), wo mit den Entwürfen vor allem J. P. du Ry befasst war, ferner in Erlangen, Hanau, Mannheim und zum Teil in Potsdam und Siegburg.

J. F. HAYWARD, Huguenot Silver in England 1688-1727, London 1959; H. REUTHER, Die Architektur der Hugenotten in Hessen-Kassel. Stadtanlagen und Sakralbau von 1685-1799, in: Von der Macht der Bilder, Hg. E. Ullmann, Leipzig 1983; S. BADSTÜBNER-GRÖGER, Der Franz. Dom zu Berlin, Berlin 1984; R. v. THADDEN, M. MAGDELAINE (Hg.), Die Hugenotten, 1685-1985, München 1985; G. BREGULLE (Hg.), Hugenotten in Berlin, Berlin 1987; S. BADSTÜBNER-GRÖGER u. a., Hugenotten in Berlin, Berlin 1988; M. VOGT, Die Ansiedlung der franz. Glaubensflüchtlinge in Hessen nach 1685. Ein Beitr. zur Problematik der sogen. Hugenottenarchitektur, Diss. Frankfurt/M. 1988.


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