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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Humpen , seit dem 16. Jh. gebräuchlicher, aber nicht exakt definierbarer Begriff für ein hohes zylindrisches, mitunter auch leicht bauchiges Trinkgefäß (Bierkrug) vor allem des 17./18. Jh. Hergestellt sind Humpen meist aus Fayence, Glas, Zinn, vergoldetem Silber oder Elfenbein. Sie fassen große Mengen, mitunter mehr als 2 Liter, und haben oft einen Scharnierdeckel mit * Daumenrast sowie einen Handgriff.

Während bei Humpen aus Fayence oder Glas im Allgemeinen Deckel, Handgriff und der Fußring - soweit vorhanden - aus Zinn bestehen, sind diese Teile bei Elfenbeinhumpen für gewöhnlich aus vergoldetem Silber gefertigt. Weiters besitzen Elfenbeinhumpen zumeist auch einen Gefäßeinsatz aus * übergoldetem Silber. Aus Elfenbein selbst bestehen fast immer nur die äußere Humpenwandung, der so genannte Mantel, und die Deckelbekrönung. Ganz aus Elfenbein geschnitzte Exemplare sind selten.

Die Fayence-Humpen des Barock werden ihrer walzenähnlichen Form wegen Walzenkrüge genannt. Bei Tafelrunden dienten Humpen häufig mehreren Personen als Trinkgefäße; Beispiele dafür sind Innungshumpen und Zunfthumpen. Oft verraten Bemalung oder * Gravur den Verwendungszweck alter Humpen.

F. KÄMPFER, Becher, Humpen, Pokale, Leipzig 1977.


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