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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Anbetung des Jesuskindes durch die Heiligen Drei Könige , In der Bildenden Kunst ist für das bereits seit der 1. Hälfte 4. Jh. bekannte Motiv die Kurzbezeichnung "Anbetung der Könige" gebräuchlich.

Dargestellt werden Maria, Josef und das Jesuskind, dem von den Heiligen drei Königen im Stall gehuldigt wird. Im Hintergrund sind oft Ochse und Esel und am Bildrand Teile der Karawane der Könige sowie einige Hirten mit ihren Tieren zu sehen. Kaiser Augustus (63 v. Chr.-14 n. Chr.) erließ den Befehl, dass sich alle in seinem Reich Lebenden in ihrem Heimatort in Steuerlisten eintragen lassen müssten. So begab sich auch Josef von der Stadt Nazareth in Galiläa nach Bethlehem, die Stadt * Davids, aus dessen Geschlecht er stammte. Mit ihm reiste seine Verlobte Maria, die guter Hoffnung war. Da Maria die Zeit der Niederkunft nahen fühlte, musste das Paar in einem Stall in der Nähe der Stadt Zuflucht suchen, weil sie in allen Herbergen abgewiesen worden waren.

Modernen Forschungen zufolge befand sich der Stall unter den am Ostrand der Siedlung gelegenen Höhlen, die als Unterstand für das Vieh verwendet wurden. Nach der Geburt diente der Überlieferung nach eine * Krippe als Bettstatt für das Jesuskind. Geleitet durch den * Stern von Bethlehem, kamen drei * "Weise aus dem Morgenland" - sie wurden bereits im 3. Jh. von Tertullian als "Könige" bezeichnet -, um dem neugeborenen König der Juden zu huldigen. Die offiziellen Stellen wussten nichts von der Geburt des Kindes, und der in Jerusalem regierende König * Herodes erschrak, als ihm seine Schriftgelehrten von einer alten Prophezeiung berichteten, wonach der erwartete Herrscher Israels in Bethlehem geboren werden würde. Herodes trug den frommen Männern auf, ihn sofort zu benachrichtigen, wenn sie das Kind gefunden hätten, damit auch er ihm Ehre erweisen könne.

Die Weisen folgten dem Stern weiter und kamen zu dem Stall in Bethlehem, in dem Jesus zur Welt gekommen war. Da ihnen ein im Traum erschienener Engel untersagt hatte, zu Herodes zurückzukehren, ließ der König durch seine Soldaten in Bethlehem alle Knaben unter zwei Jahren töten (* Kindermord zu Bethlehem). Nach außerbiblischen Berichten waren die drei Weisen Kaspar (Caspar), Melchior und Balthasar, die Könige von Persien, Indien und Arabien (Afrika). Manchmal wird ihre Herkunft auch mit den damals bekannten Erdteilen gleichgesetzt (Europa, Asien und Afrika). Sie werden immer als Vertreter der drei Lebensalter wiedergegeben: einer als weißhaariger würdiger Greis mit langem Bart, der andere als Mann in mittleren Jahren und der dritte als Jüngling, der zumeist als Mohr dargestellt ist. Die Weisen oder Könige sollen dem Jesuskind Gold, * Weihrauch und * Myrrhe als Gaben dargebracht haben. Das Thema zählt zu den beliebtesten Motiven der * christlichen Kunst und ist oft mit der * Anbetung des Jesuskindes durch die Hirten kombiniert.

Der Stern, der den Königen den Weg wies, ist nach dem heutigen Wissensstand nicht, wie auf Bildern vielfach dargestellt, ein Komet oder Meteor gewesen, sondern vermutlich eine seltene Konstellation der Planeten Saturn und Jupiter, die von der Erde aus gesehen zusammenrückten und als hell leuchtender Doppelstern erschienen. Von der Anbetung des Jesuskindes durch die Heiligen Drei Könige abgeleitet wird der Brauch der Sternsinger, bei dem Jugendliche als die Heiligen Drei Könige verkleidet sind, die mit ihrem Gefolge, voran der Sternträger, mit einem an einem Stab befestigten (beleuchteten) Stern von Haus zu Haus gehen, fromme Lieder singen und Spenden für einen guten Zweck sammeln. Über dem Eingang der Häuser, in denen sie freundlich aufgenommen werden, schreiben sie mit Kreide die ersten zwei Ziffern der Jahreszahl, dann die Buchstaben C. + M. + B. und als Abschluss die letzten zwei Ziffern der Jahreszahl. Die * Majuskeln stehen nicht, wie meist angenommen, für die Anfangsbuchstaben von Caspar + Melchior + Balthasar, sondern sind die Abkürzung der lateinische Wörter Christus + mansionem + benedicat, "Christus (das) Haus möge segnen". In manchen Orten kommen die Sternsinger hoch zu Ross; es wird dann meist vom Dreikönigsritt gesprochen. Das Motiv der Sternsinger ist vor allem in der Volkskunst und auf Glückwunschkarten verbreitet.

H. EGGER, Weihnachtsbilder im Wandel der Zeit, Wien 1978; H. EGGER, Die Huldigung der Weisen aus dem Morgenland, in: Alte und Neue Kunst, 25. Jg., H. 172/173, Wien 1980; Die Hl. Drei Könige, Kat., Köln 1982; Die Hl. Drei Könige, Darstellung und Verehrung, Ausstellungskat. Köln, Josef Haubrich Kunsthalle, Köln 1982.


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