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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Ikonographie , von griechisch eikon, "Bild", und griechisch graphein, "schreiben",

Bezeichnung für Motivkunde, ein Teilgebiet der Kunstgeschichte, das die Beurteilung einzelner Bilder zum Gegenstand hat. Jedes Werk wird unter folgenden Gesichtspunkten betrachtet:

1. Beschreibung der wiedergegebenen Personen und Dinge.

2. Herausstellen eventuell bestehender Verbindungen zwischen den einzelnen Darstellungen. Diese Phase erklärt zumeist das Motiv und damit den Titel des Kunstwerks.

3. Deutung des Themas und Entschlüsselung verborgener Botschaften (* Symbole, * Attribute, * Allegorien, * Chronogramme), also eine Beschreibung und Auslegung des Bildinhaltes, etwa bei einem * Stillleben.

Der Ausdruck Ikonographie wird häufig mit * Ikonologie gleichgesetzt. Im Allgemeinen findet aber insofern eine Unterscheidung statt, als Ikonographie im Zusammenhang mit Einzelwerken verwendet wird, der Terminus Ikonologie dagegen dann, wenn es sich um einen größeren künstlerischen Komplex handelt, z. B. um einen * Flügelaltar mit mehreren Bildwerken, einen * Kabinettschrank, in dem mehrere Elfenbeinreliefs eingelegt sind, die vergleichend beschrieben werden. Bei der Ikonologie finden neben den kunsthistorischen Aspekten oft auch kulturhistorische Kriterien Beachtung.

J. BIALOSTOCKI, Iconography and Iconology, in: Encyclopedia of World Art, Bd. VII, 1963; J. BIALOSTOCKI, Stil u. I., Dresden 1966; A. GRABAR, Christian Iconography. A Study of its Origins, Princeton/N. J. 1968; E. KIRSCHBAUM, W. BRAUNFELS, Lex. d. christl. I., 8 Bde., Rom, Freiburg, Basel, Wien 1968-1976; H. APPUHN, Einführung in die I. der mittelalterl. Kunst, Darmstadt 1979.


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