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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Ikonoklasmus , Bilderstreit, von griechisch eikon klaein, "das Bild zerbrechen",

Bezeichnung für den im 8./9. Jh. in Byzanz ausgebrochenen Streit, ob bildhafte Darstellungen von Jesus, Maria und den Heiligen verehrt werden dürfen oder nicht. Einer der Hauptgründe für die Feindseligkeit des Militäradels gegen die Bilderverehrung war, dass die Klöster durch die von ihnen aufbewahrten und zum Teil selbst hergestellten * Ikonen immer mehr Einfluss und finanzielle Zuwendungen bekamen. Die Gegner der Bilderverehrung, die so genannten Ikonoklasten (Bilderzerstörer), lehnten deshalb die in der griechisch-orthodoxen Kirche üblichen Darstellungen von Heiligen unter Berufung auf das zweite Buch * Mose (* Exodus 20,4/5) ab.

726 erklärte Kaiser Leon III. alle Ikonen zu Götzenbildern und untersagte deren Verehrung. Sanktioniert wurde das Verbot mit dem Edikt vom Jahr 730. Darüber hinaus ordnete der Kaiser die Zerstörung aller Bilder an und die Verfolgung der Bilderverehrer (Ikonodulen). Die dagegen ankämpfenden Geistlichen, mit ihrem Bevollmächtigten, dem Patriarchen Germanos, wurden abgesetzt. Unter Konstantin V., dem Sohn Leons III, wurde 757 ein Konzil einberufen, das die Herstellung und Verehrung von Bildern zur Häresie (Ketzerei) erklärte. Es fand eine fanatische Verfolgung der Bilderverehrer statt, die mit Folter und Hinrichtung bedroht wurden. Auch unter Leon IV. setzte sich der Ikonoklasmus fort. Eirene, die Witwe Leos IV., gebot der Bilderzerstörung Einhalt, und 787, beim 7. ökumenischen Konzil von Nikäa, wurde ein gewisses Maß an Ikonenverehrung wieder erlaubt. Nach dem Tod der Kaiserin führte der 814 als Kaiser Leon V. ausgerufene General Leon, genannt der Armenier, den Ikonoklasmus erneut ein. Besonders verbissen waren die Bilderstürmer unter seinen Nachfolgern, den Kaisern Michael II. und Theophilos. Erst mit Hilfe der Kaiserwitwe Theodora und des Patriarchen Methodios konnte 843 der I. endgültig überwunden werden. Die meisten frühen gemalten bzw. geschnitzten byzantinischen Bildnisse fielen im 8./9. Jh. den * Ikonoklasten zum Opfer.

Im westlichen Gegenpol, dem Karolingerreich, wandten sich die Theologen zwar auch gegen die Verehrung von Bildnissen, nicht aber gegen die Bilder selbst. Vgl. * Bildersturm.

A. GRABAR, L'Iconoclasme byzantin, Paris 1957; L. BREYER, Bilderstreit und Arabersturm in Byzanz, Graz, Köln, Wien 1964; H.-G. THÜMMEL, Positionen im Bilderstreit, in: Studia byzantina II, hg. von J. Irmscher u. P. Nagel, Berlin 1973; A. BRYER, J. HERRIN (Hg.), Iconoclasm, Birmingham 1977; J. IRMSCHER (Hg.), Der byzantin. Bilderstreit. Sozialökonom. Voraussetzungen, ideolog. Grundlagen, geschichtl. Wirkungen, Leipzig 1980; R. PASSERON (Hg.), Production d'Images et vie collective: un aspect de la problématique à Byzance (VIII - IX siècle) dans la création collective, Paris 1982.


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