Imago (Mz. Imagines), lateinisch, "Bildnis",
1) Bezeichnung für die im römischen Reich als Porträts ausgeführten Ahnenbilder und Porträtbüsten. Es handelte sich meist um Totenmasken aus Wachs oder Ton, seltener um danach aus Holz geschnitzte Werke. Nach Plinius wurden die Imagines im Atrium des römischen Hauses in besonderen Nischen oder Holzregalen aufbewahrt und bei Begräbnissen mitgeführt. Am Leichenbegängnis teilnehmende Männer hielten die "imagines cerae" vor ihr Gesicht. Diese Art der Begräbniszeremonie war aber nur erlaubt, wenn der Verstorbene ein höheres Amt bekleidet, d. h. der Amtsnobilität angehört hatte. Das gleiche galt für das Ius imaginum, das Recht, das Totenporträt des Verstorbenen an einem öffentlichen Platz aufzustellen. Durch ihre Wirklichkeitsnähe beeinflussten die Imagines sehr stark die römische Porträtkunst in republikanischer Zeit.
2) Der Bildteil eines * Emblems.
O. VESSBERG, Studien zur Kunstgesch. der röm. Republik, Lund, Leipzig 1941; B. SCHWEITZER, Die Bildkunst der röm. Republik, Weimar 1948.
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