Informel , Informelle Kunst, französisch, "formlos",
Bezeichnung für die "Kunst der Nichtform", eine um 1945 in Paris entstandene europäische Kunstrichtung. Der Ausdruck wird oft als Sammelbegriff für * Art autre, die abstrakten Strömungen der 1950er Jahre verwendet, die sich von der so genannten geometrischen Abstraktion distanzierten. Der Name soll auf eine Ausstellung mit dem Titel "signifiance de l'informel" zurückgehen, die 1952 in Paris im Studio Facchetti von Antonio Tàpies insziniert wurde, der sich für "die Bedeutsamkeit des Formlosen" aussprach. Die Künstler des Informel lehnten sowohl geometrische Formen als auch abstrakte Darstellungen von realen Gegenständen und überhaupt jede Art von konzipierter Darstellung ab. Dafür erfanden sie, ihrer jeweiligen Stimmungslage entsprechend, Phantasiegebilde. Diese auf Spontanität beruhende formlose Gestaltungsweise ist eine Art des * Automatismus. Vertreter der bis etwa 1960 existenten Kunstrichtung waren neben A. Tàpies u. a. J. Dubuffet, M. Tobey und Wols (Wolfgang Schulze). Vgl. * Tachismus.
Anfänge des Informel in Österreich, Hg. O. Breicha, Kat. Mus. des 20. Jh., Wien 1972; Leverkusen, Kat. der Ausstellung "I.", Berlin 1973; M. de la MOTTE (Hg.), Dokumente zum dt. Informel, Bonn 1976; Abstrakte Kunst nach 1945. Der Aufbruch im "I. ", Kat., Saarbrücken 1982; Die Malerei des I. heute. Kat. Saarland-Mus., Saarbrücken 1982; G.-W. KOELTZSCH, Dt. I. - I.-Symposium, Berlin 1986.
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