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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Inkrustation , von lateinisch crusta, "Rinde", bzw. incrustare, "überziehen",

1) das rindenartige Überziehen organischer oder auch anorganischer Objekte mit Steinkrusten, wie dies durch kalk- oder kieselsäurehaltige Quellen der Fall ist, etwa bei den heißen Quellen Islands.

2) In der Architektur und im Kunstgewerbe Bezeichnung für eine Ummantelung mit einem für gewöhnlich härteren oder schöneren Material, etwa Marmor. Die Verkleidung ist meist in Form von Mustern ausgeführt, die die Fläche gliedern und dekorativ beleben. Im Hellenismus waren "Überzüge" von Bauflächen mit Stuckdekorationen in Form von Scheinquaderwerk üblich (z. B. in Delos). In der römischen Baukunst versah man dann den * Stuck mit farbigen Einlagen; seither werden farbige Einlagen bzw. Ummantelungen aus polierten Steinen, Marmor und Keramik- oder Glasstückchen als Inkrustation bezeichnet. Besonders aufwendig ausgeführte Inkrustationen wurden im byzantinischen Raum hergestellt. Auch in altamerikanischen Kulturen waren Inkrustationen üblich und bestehen meist aus * Türkis, * Malachit, * Jade, * Koralle oder Muschelschalen. Seit dem Mittelalter wurde die Inkrustations-Technik vor allem in Italien angewendet (vgl. * Cosmaten, * Pietra dura). Einlagen in Holz heißen * Intarsie und Einlagen von Metall in Metall * Tauschierung. Die in Japan und China beliebte Einlegetechnik, bei der in Elfenbein oder lackiertem Holz Einlagen aus Perlmutter, Elfenbein, (Edel-)Metall, Koralle und Schmucksteinen Verwendung finden, heißt, unter Verwendung der japanischen Bezeichnung, * Shibayama.

E. v. PHILIPPOVICH, Eine bunte Welt aus Steinen. Steinintarsien. Ital. Techniken in Prager Werkstätten, in: Kunst u. Antiquitäten V, Sept./Okt. 1981.


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