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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Inkunabel , von lateinisch incunabula, "Windel", "Wiege", meist in der Mehrzahl gebrauchter Terminus für so genannte "Wiegendrucke", die aus der Zeit von 1450-1500 stammen und mit metallenen Einzellettern hergestellt wurden.

Die Bezeichnung führt man darauf zurück, dass der Buchdruck damals erst an seinem Anfang stand, also gleichsam noch in den Windeln bzw. in der Wiege lag. Zur Verbreitung der Bezeichnung Inkunabel soll vor allem der Buchhändler Cornelius van Beughem mit seiner 1677 in der Stadt Emmerich publizierten Schrift "Incunabula typographiae" beigetragen haben. Als Lehnübersetzung ist der Ausdruck "Wiegendrucke" erst seit ca. 1885 üblich und wird bisweilen auch für frühe graphische Blätter gebraucht. Von den einzelnen Buchtiteln wurden meist 200-300 Exemplare gedruckt. Die Zahl der als Inkunabel geltenden erhaltenen Bücher beträgt etwa 30.000. Zusätzlich existieren noch ungefähr 500.000 Einzelblätter, die als Inkunabeln zu bezeichnen sind. Für die Bebilderung von Inkunabeln und * Frühdrucken dienten noch * Holzschnitte.

Als erster vollständiger Inkunabeldruck gilt die in Mainz mit Einzellettern in lateinischer Sprache gesetzte und zwischen 1452-1454/56 von * Gutenberg in 180 Exemplaren gedruckte 42zeilige Bibel, die in 40 Exemplaren erhalten ist. Zu den ältesten Wiegendrucken zählen ferner die folgenden von Albrecht Pfister 1460/61 in Bamberg gedruckten Werke Johannes von Saaz, "Der Ackermann von Böhmen", mit 5 Holzschnitten, die * Biblia pauperum in lateinischer bzw. deutscher Sprache, mit 136 Holzschnitten je Ausgabe, und "Der Edelstein", eine Fabelsammlung von Ulrich Boner, mit 203 Holzschnitten. Als das umfangreichste Notendruckwerk der Inkunabelzeit gilt das 1496-1499 in Würzburg von G. u. M. Reyser in drei Bänden gedruckte * Antiphonar. Drucke aus der Zeit von 1501-1555 werden als * Frühdrucke, bisweilen auch als "Postinkunabeln" bezeichnet, doch wird manchmal auch für Druckwerke von 1450 bis ca. 1555 zusammen die Bezeichnung Frühdruck verwendet.

J. ROSENTHAL, Incunabula Typographica, Catalogue d'une collection d'incunables, München 1900; Gesamtkat. der Wiegendrucke, Leipzig 1925 ff.; K. HAEBLER, Handb. der I.kunde, Leipzig 1925; F. GELDNER, Die dt. Inkunabeldrucke, 2 Bde., Stuttgart 1968-1970; C. WEHMER, Dt. Buchdrucker des 15. Jh., Wiesbaden 1971; H. KUNZE, Gesch. der Buchillustration in Dtl., 15. Jh., Bd. 1, 2, Leipzig 1975; F. GELDNER, I.kunde, Wiesbaden 1978; W. STAMMLER, Wiegendrucke, in: Reallex. der dt. Literaturgesch., begründet von Paul Merker und Wolfgang Stammler, hg. v. Klaus Kanzog und Achim Masser, 4, 1984, 2. Aufl.; I. DAHM, Aargauer I.katalog, unter Mitarb. v. K. Meyer, Aargau 1985.


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