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Inro , das, japanische, "Siegelschachtel". Der Name Inro bezieht sich auf die ursprüngliche Hauptverwendung der Behälter, nämlich die Aufbewahrung von * Petschaften. Später wurden Inros auch für andere kleine Objekte, besonders für Medikamente gebraucht; man nannte sie deshalb im deutschen Sprachraum auch "Medizinbüchsen". Ihr Aussehen erinnert an einen niederen, gedeckelten Köcher mit elliptischer Grundfläche. Inros bestehen aus mehreren übereinander gestapelten niederen Behältern, wobei der Boden des jeweiligen Behälters in den darunter liegenden gesteckt wird und als Deckel fungiert. Ihr Sitz ist so exakt gearbeitet, dass sie oft luftdicht abschließen. Als Material dient für gewöhnlich Elfenbein oder außen gelacktes Holz, manchmal auch Metall. Die einzelnen ineinander gesteckten Behälter werden durch eine beidseitig des Inros in Ösen laufende Schnur zusammengehalten. Diese Kordel kann mit einem beschnitzten runden Schieber, dem so genannten Ojime gespannt und die Einzelbehälter dadurch zusammengehalten werden. Früher hing das Inro mit der Kordel an dem breiten japanischen Gürtel, dem * Obi. Ein * Netsuke diente dabei als Sicherungsknebel gegen unbeabsichtigtes Herausrutschen der Schnur. Inros zählen zu den so genannten * Sagemono, den "Hängedingen".
K. J. BRANDT, Kostbare Behälter für Siegel und Pillen, in: Weltkunst 15, 1988; I. Gürtelschmuck des Japaners, Kat., Pforzheim 1988.
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