Intarsie , italienisch intarsia, tarsia, von arabisch tarsi, "Verbindung",
Bezeichnung für im Holz versenkte Einlagen aus * Bein, * Elfenbein, * Perlmutter, (Edel-)Metall oder andersfarbigem (eingefärbtem) Holz. Die Einlagen können mit der Oberfläche des * Rezipienten in einer Ebene liegen oder darüber hinausragen (* Reliefintarsie). Die ältesten erhaltenen Einlagen bestehen aus Elfenbein; sie sind über 4.000 Jahre alt und stammen aus Ägypten und * Mesopotamien. Besonders aufwendig gearbeitete, zeitlos schöne Einlegearbeiten wurden in der Ruinenstätte Nimrud im heutigen Nordirak gefunden; sie sind fast 3.000 Jahre alt.
Höhepunkte erreichte die Intarsien-Kunst auch in der Renaissance und im Barock, wobei die schönsten Einlagen aus Bein oder Elfenbein bestehen und in den Schäften von Armbrustwaffen und * Radschlossgewehren sowie in * Kabinettschränken und Kästchen zu finden sind. Im Barock wurde die Intarsie zum Teil von der * Marketerie abgelöst. Im deutschsprachigen Raum hat es sich eingebürgert, den Ausdruck Marketerie nicht für im * Kernholz versenkte Einlagen zu verwenden, sondern für Muster und Motive, die innerhalb einer * Furnier, wie ein Puzzlespiel zusammengefügt, in Verbindung mit der Furnier auf * Blindholz aufgeleimt sind (vgl. * Boullearbeit).
Eine spezielle Form der Intarsie ist die aus Spanien stammende so genannte * Taracea. Sie besteht aus kleinen, wie Getreidekörner geformten Bein- oder Elfenbeinstückchen. Die in Japan und China beliebte Technik, * Perlmutter, * Koralle, * Schmucksteine und (Edel-)Metall in gelacktes Holz oder Elfenbein einzulegen, heißt * Shibayama. Einlagen aus Stein werden für gewöhnlich als * Inkrustationen bezeichnet. Einlagen von Metall in Metall heißen * Tauschierung.
G. KOSSATZ, Die Kunst der I., Dresden 1954; L. MÖLLER, Der Wrangelschrank u. die verwandten süddt. I.möbel des 16. Jh., Berlin 1956; M. ZILINSKY-STERNEGG, Renaissance I. im alten Ungarn, Budapest 1966; G. GREUTZ, I.-Arbeiten, Heidelberg 1968; H. ADAM, I., Stuttgart 1971; F. KRAUSS, I., Leipzig 1974; E. v. PHILIPPOVICH, Eine bunte Welt aus Steinen. Steinintarsien: ital. Technik in Prager Werkstätten, in: Kunst u. Antiquitäten, Heft V, 1981; E. EGG, Die Kunst der I. im 16. Jh., Kat. Innsbrucker Landesmus., Innsbruck 1982; H.-D. GROSPIETSCH, Vom Zauber alter Einlegearbeiten, Freiburg i. Br. 1982; H. FLADE, I., Dresden 1986.
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