Ionische Säulenordnung , eine der drei von * Vitruv genannten griechischen Säulenformen. Zum Unterschied von dem im Mutterland entstandenen dorischen Säulentypus stammt die Ionische Säulenordnung aus den griechischen Kolonien Kleinasiens; ihre typische Ausformung erhielt sie erst im 4. Jh. v. Chr.
Ionische Säulen stehen auf einer profilierten Basis, bestehend aus einer quadratischen * Plinthe (kann auch fehlen), zwei gekehlten Scheiben mit Wulstrand und einer horizontal geriefelten Wulstscheibe, und haben für gewöhnlich vierundzwanzig tiefe, durch Stege verbundene Kanelluren. Die ionische * Säule ist schlank und verjüngt sich nur wenig nach oben zu. Der obere Abschluss des * Schaftes ist am Übergang zum * Kapitell als * Eierstab ausgebildet und wird * Echinus genannt. Typisch für das ionische Kapitell sind die * Voluten, auf denen die quadratische Deckplatte, * Abakus genannt, aufliegt. Der Abakus ist flacher ausgebildet als bei der * dorischen Säulenordnung. Die dritte bekannte Säulenformation ist die so genannte * korinthische Säulenordnung. Eine Verbindung dieser mit der Ionischen Säulenordnung bildet die Kombinationssäule.
W. ANDRAE, Die ion. Säulen. Bauform oder Symbol?, Berlin 1933; W. KIRCHHOFF, Die Entwicklung des ion. Volutenkapitells im 6. u. 5. Jh. u. seine Entstehung, Diss. Marburg/Lahn 1974; O. BINGÖL, Das ionische Normalkapitell in hellenist. u. röm. Zeit in Kleinasien, Tübingen 1980; B. LEHNHOFF, Das ion. Normalkapitell vom Typ 1:2:3 u. die Angaben Vitruvs zum ion. Kapitell, in: Vitruv-Kolloquium des Dt. Archäologen-Verbands, Darmstadt 1984; M. KORRES, Att.-ion. Kapitelle des 6. u. 5. Jh., Diss. München 1984.
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