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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Iphigenie (griechisch Iphigeneia, lateinisch Iphigenia), Tochter des mykenischen Königs * Agamemnon und seiner Gemahlin * Klytämnestra, Schwester des * Orest und der * Elektra.

Windstille verhinderte das Auslaufen der griechischen Flotte von Aulis nach * Troja, wo * Helena, die Frau des * Menelaos und Schwägerin Agamemnons, mit * Paris lebte. (Als schönste Frau der Welt war Helena dem Königssohn Paris von * Aphrodite versprochen worden, vgl. * Paris-Urteil). Um die Ursache der Flaute zu erkunden, wurde der Seher Kalchis zu Rate gezogen, der Agamemnon als den Schuldtragenden bezeichnete, weil dieser eine der Göttin * Artemis geweihte Hindin getötet hatte. Der Seher verkündete weiters, dass Agamemnon den Frevel nur durch den Opfertod seiner Tochter Iphigenie sühnen könne.

Unter dem Vorwand, Iphigebie mit * Achill vermählen zu wollen, ließ Agamemnon seine Tochter nach Aulis bringen. Während der Opferfeierlichkeiten hüllte Artemis die Stätte in dichten Nebel, in dessen Schutz sie statt des Mädchens eine Hirschkuh auf den Opferstein legte und Iphigenie nach Tauris entrückte. In Tauris lebte Iphigenie als Priesterin im Artemistempel, bis sie mit Erlaubnis der Göttin gemeinsam mit ihrem Bruder Orest, seinem Freund * Pylades und einem Standbild der Göttin entfloh (* Orest). Das Iphigenie-Thema inspirierte nach Euripides (Iphigenie in Aulis, nach 407/406 v. Chr., und Iphigenie bei den Taurern, um 412 v. Chr.) noch viele Dichter, Komponisten und Bildende Künstler.

H. PHILIPPART, Iconographie de l'I. en Tauride d'Euripide, Paris 1925; F. STUDNICZKA, Artemis u. I., in: Abhandlungen d. Sächs. Akad. der Wiss., phil.-hist. Klasse, Bd. 37, Leipzig 1926; H. HUNGER, Lex. d. griech. u. röm. Mythologie, Wien 1988.


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